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Ferienmagazin Deutschland 2017

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Strandferien, We lness

Strandferien, We lness Städtereisen, Rundreisen Aktivferien, Gourmet 1. April 2017 – 28. März 2018 » Direktflüge an Die norD- & ostsee Inmitten einer malerischen Seen- und Parklandschaft thront königlich das märchenhafte Schweriner Schloss auf einer eigenen, der Altstadt vorgelagerten Insel Rund ums Jahr lädt Rügen zum Feiern ein. Der Bogen reicht vom Festspielfrühling (17.-26.3.2017), dem Wanderfrühling (21.- 30.4.2017) und der traditionellen „Woche der Bäderarchitektur“ (1.-7.5.2017) über die Oldtimer-Rallye „Rügenclassics“ (25.- 27.5.2017), das Blue Wave Festival (15.-18.6.2017) bis zum Binzer Schlossfest (27.-29.7.2017). Schlemmen auf Usedom Mondäne Seebäder wie die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf prägen auf der Insel Usedom das Bild der Küste, wo 42 Kilometer feinster, weißer Sandstrand Badenixen, Muschelsammler und Strandforscher anlocken. Die mit Säulen, Erkern, Türmchen und filigranen Stuckelementen geschmückten Häuser sind typisch für die Usedomer Bäderarchitektur. Einen ganz speziellen Charme haben die historischen Seebrücken – jene in Ahlbeck ist die älteste ihrer Art in Deutschland und Filmfans aus der Loriot-Komödie „Papa ante Portas“ bekannt. Früher war es für viele fast ein Muss, eine herrschaftliche Villa in einem der mondänen Seebäder auf Usedom zu besitzen. Heute verleiht die architektonische Vielfalt der prächtig restaurierten Häuser der Insel einen besonderen Reiz. Wellness unter freiem Himmel ist die Devise für gesundheitsbewusste Urlauber, die bei Nordic Walking am Strand, Thalasso, Yoga oder einer Klimawanderung die würzige Seeluft genießen oder sich in einem der Wellnesshotels mit Sanddornmassagen, Algenmousse-Packungen oder Bierbädern verwöhnen lassen. VIDEO Auch kulturell ist auf Usedom einiges geboten: „Klassik am Meer“ lädt von Juli bis September zu Theaterabenden in der Koserower Kirche ein. Zum 19. Mal findet das Internationale Kleinkunstfestival (2.-5.6.2017) statt. „Usedom tanzt“ heißt es am 10. und 11. Juni. Die Vineta Festpiele lassen auf der Ostseebühne Zinnowitz (8.7.-2.9.2017) die Sage von der versunkenen Stadt Vineta lebendig werden. Junges Publikum begeistert der 6. Baltic Springbreak (3.-6.8.2017) mit den angesagtesten DJ’s der Dance-, Trance-, House- und Electroszene. Freunde klassischer Musik zieht ihre Leidenschaft zum „Usedomer Musikfestival“ (23.9.-14.10.2017, siehe S. 64ff.). Spezielle Gaumenfreuden verheißen alljährlich die „Usedomer Heringswochen“ (4.3.-8.4.2017) und der „Grand Schlemm“ (27.5.2017), bei dem Usedomer Spitzenköche zur kulinarischen Strandwanderung einladen. Besondere Delikatessen stehen im Herbst bei den „Usedomer Wildwochen“ auf den Speisekarten. Mit dem Festspielsommer bringen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern wieder Musik mit großen Namen und Interpreten in Scheunen, Kirchen, Schlossparks und Industriehallen von der Seenplatte bis zur Ostseeküste (17.6.-15.9.2017, siehe S. 64ff.). Mit dem Hausboot in die Natur Abseits der Küste und der Inseln dehnen sich unendliche, faszinierende Naturlandschaften aus. Zu dem insgesamt fünf Projekte umfassenden Unesco-Weltnaturerbe Alte Buchenwälder Deutschlands gehören in Mecklenburg-Vorpommern der Nationalpark Jasmund auf Rügen und der Müritz-Nationalpark. Daneben gibt es zahlreiche weitere geschützte Landschaften zu entdecken, wie den Naturpark Am Stettinger Haff, den Naturpark Sternberger Seenland, den Naturpark Flusslandschaft Peene oder den Naturpark Mecklenburgische Schweiz. Ein Paradies für Wassersportler ist die Mecklenburgische Seenplatte mit ihren rund 1.000 Seen, die meist durch Flüsse und Kanäle verbunden sind. Deshalb ist der Nordosten Deutschlands ebenso wie das südlich angrenzende Brandenburg ein herrliches Ziel für ausgedehnte Hausboot-Touren (siehe S. 62). Bereits nach einer ausführlichen Einweisung können Freizeitkapitäne – ohne Bootsführerschein – beispielsweise gleich auf der Müritz losschippern. Im Mai ist dieses größte zusammenhängende Wassersportrevier Europas Schauplatz der Müritz Sail (25.-28.5.2017) mit zahllosen eleganten Yachten, sportlichen Drachenbooten und Outriggern. Im Flug an die Ostsee Zwei Mal wöchentlich geht es ab Ende Mai bis Mitte September mit dem Flieger von Wien, sowie bis Ende Oktober von Zürich nach Rostock. Von dort gibt es Bus-Shuttles in die Seenplatte sowie zu anderen Ferienorten der Region. In den Sommermonaten steht zudem einmal wöchentlich ein Flug von Basel und Bern (4.6.-10.9.2017) sowie von Linz (12.5.-15.9.2017) direkt zur Insel Usedom auf dem Flugplan. Detaillierte Infos zu den Flugverbindungen gibt es auf der Internetseite des Tourismusverbands. Deutsche Küste erleben Strandferien, Wellness Städtereisen, Rundreisen Aktivferien, Gourmet » DIreKtflüge an DIe norD- & oStSee DeutschlanD © TMV–Allrich 50 xxx Deutsches Küstenland Hotels und Informationen finden Sie im railtour-Katalog Deutschland 2017/2018

Luther überall Der 31. Oktober 1517, der Tag, an dem Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels und somit auch gegen die katholische Kirche verfasste, symbolisiert bis heute den Beginn der Reformation. 2017 jährt sich dieses Ereignis zum 500. Mal. Grund genug, das Reformationsjubiläum zu feiern – und das geschieht in vielen Orten und Regionen Deutschlands ausgiebig Luthers Geburtshaus, Eisleben Martin Luther – Leben und Wirken Martin Luther wurde am 10. November 1483 als Sohn des Bauern, Mineneigners und späteren Ratsherrn Hans Luder und dessen Ehefrau Margarete als zweites von neun Kindern in Eisleben geboren. Er studierte in Erfurt, wie im Mittelalter üblich, zunächst die „sieben freien Künste“ (septem artes liberales), anschließend Jura. Bald darauf veränderte ein Naturereignis Luthers Leben grundlegend. Am 2. Juli 1505 wurde der junge Student nach einem Besuch bei den Eltern auf dem Heimweg nach Erfurt von einem heftigen Gewitter überrascht. In Todesangst rief er die Heilige Anna um Hilfe an und gelobte, Mönch zu werden. Zwei Wochen später trat er dem Orden der Augustiner-Eremiten in Erfurt bei. Als Bruder Martin führte er ein strenges Mönchsleben. 1507 wurde er zum Priester geweiht. Er studierte an der neu gegründeten Universität in Wittenberg Theologie. 1512 erwarb er seinen Doktortitel und übernahm als Nachfolger von Generalvikar Johann von Staupitz (Luthers Beichtvater und enger Freund) den Lehrstuhl der „Lectura in Biblia“ (Bibelauslegung) an der Wittenberger Universität, den er bis zu seinem Lebensende behielt. Irgendwann in den folgenden Jahren entdeckte Luther das „Prinzip der Gerechtigkeit Gottes“. Fortan vertrat Luther die Auffassung, Gottes ewige Gerechtigkeit sei ein Gnadengeschenk, das dem Menschen nur durch den Glauben an Jesus Christus gegeben werde. Damit wandte er sich gegen die Praxis des Collegium-maius, Studienort Luthers in Erfurt Dominikanermönchs Johannes Tetzel, der seit 1515 im Auftrag des Kardinals Albrecht von Brandenburg den so genannten Petersablass vertrieb: Mit dem Erwerb von „Ablassbriefen“ sollten sich die Menschen von ihren Sündenstrafen, ja sogar von ihren Sünden selbst loskaufen können. Luther sah sich zum Handeln verpflichtet, kritisierte öffentlich die Predigten und Geschäftspraktiken Tetzels. Schließlich nagelte er, so sagt es die Legende, am 31. Oktober 1517 seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Seine Artikel, ursprünglich für eine akademische Auseinandersetzung verfasst, verbreiteten sich durch den Buchdruck wie ein Lauffeuer in ganz Deutschland. Die römisch-katholische Kirche leitete im Juni 1518 gegen Martin Luther eine Voruntersuchung ein – der Vorwurf: Ketzerei. Bei einem Verhör durch den päpstlichen Gesandten Kardinal Kajetan in Augsburg, weigerte sich Luther erstmals, seine Schriften zu widerrufen. Einige Monate später zweifelte er bei einer Disputation an der Leipziger Universität die Unfehlbarkeit des Papstes und der Konzile an. Seine Schriften, die sich rasch verbreiteten, zogen am 15. Juni 1520 die päpstliche Bannandrohungsbulle nach sich. Luther verbrannte sie in Wittenberg öffentlich. Daraufhin wurde er am 3. Januar 1521 exkommuniziert. Nachdem er im Mai desselben Jahres auf dem Wormser Reichstag dem deutschen Kaiser Karl V. den Widerruf seiner Schriften verweigerte, wurde die Reichsacht über Luther verhängt. Der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise, der um Luthers Leben fürchtete, ließ ihn auf dem Rückweg von Worms nach Wittenberg entführen und auf die Wartburg bringen. Dort hielt sich Luther zehn Monate unter dem Namen „Junker Jörg“ versteckt und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche. Schon im März 1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück, wo er mit einer mehrtägigen Predigtreihe die Unruhen und den Bildersturm in der Stadt beendete. Im Oktober 1524 beendete er sein Leben als Mönch. Acht Monate später, am 13. Juni 1525, heiratete er die ehemalige Nonne Katharina von Bora, mit der er sechs Kinder bekam. Seine letzte Reise führte Martin Luther zurück in seine Geburtsstadt Eisleben. Dort starb er am 18. Februar 1546. Drei Tage später wurde der Reformator in der Wittenberger Schlosskirche beigesetzt. Drei mal Luther – drei mal Hammer Aus Anlass des Jubiläums beherrscht das Thema „500 Jahre Reformation“ dieses Jahr die kulturellen Veranstaltungskalender in zahlreichen Städten und Ferienregionen zwischen Rostock an der Ostsee und Rothenburg ob der Tauber. Herausragend sind dabei drei Nationale Sonderausstellungen in Berlin sowie in den Lutherstädten Eisenach und Wittenberg, mit denen Bund und Länder in einem einmaligen Projekt „Die volle Wucht der Reformation“ dokumentieren (www.3xhammer.de). Mit jeweils eigenen inhaltlichen Schwerpunkten bereiten die drei sich ergänzenden und aufeinander aufbauenden Ausstellungen das Thema Reformation in all seinen Facetten und Ausprägungen auf. „Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt“ ist der Titel der Ausstellung des Deutschen Historischen Museums im Martin-Gropius-Bau in Berlin (12.4.- 5.11.2017). Im Mittelpunkt stehen hier die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Sie erzählt mit herausragenden Exponaten, die vielfach Wartbug-Stiftung Eisenach www.wartburg.de Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther 500 Jahre Reformation 51

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