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Ferienmagazin Deutschland 2017

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noch nie in

noch nie in Deutschland zu sehen waren, eine weltumspannende Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die um 1500 beginnt und bis in die Gegenwart reicht. „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ präsentiert die zweite Sonderausstellung in der Lutherstadt Wittenberg (13.5.-5.11.2017). Zu den Exponaten zählen persönliche Gegenstände Martin Luthers ebenso wie Objekte aus der Wirkungsgeschichte der Reformation. Das zentrale Ereignis des Jubiläums, der Thesenanschlag, ist das beherrschende Thema. Der erste Teil illustriert den Weg Luthers hin zum Reformator. Der zweite Teil stellt „95 Menschen“ mit ihren sehr persönlichen Beziehungen zum Reformator und seinem Werk vor. Hier begegnet der Besucher z.B. Johann Wolfgang von Goethe, Edward Munch, Astrid Lindgren und Steve Jobs. Die dritte Ausstellung „Luther und die Deutschen“ beleuchtet auf der Wartburg in Eisenach den Reformator als nationale deutsche Symbol- und Projektionsfigur und zeigt dabei anhand von 300 Schauobjekten, wie jede historische Epoche ihr ganz eigenes Lutherbild Lutherstube, Wartburg Eisenach 52 500 Jahre Reformation prägte (4.5.-5.11.2017). In drei Abteilungen wird der Einfluss der Reformation auf die Entwicklung der Wartburg, Musik und Bildung sowie Gesellschaft und Politik aufzeigt und bis in die Gegenwart verfolgt. Wie der „fromme Mönch in einer von Sorge ums Seelenheil geschwängerten Atmosphäre zum Reformator des Glaubens reifte“, ist im ersten Teil zu sehen. Luthers Auslegung der Bibel kam an. Das daraus entstandene Neue, unter anderem eine deutsche Messe statt des lateinischen Rituals, eine singende Gemeinde, ein Pfarrhaus mit Frau und Kindern, Schulen für alle und neue Universitäten, präsentiert der zweite Ausstellungsteil auf der Wartburg. Ein Reich, zwei anerkannte, aber konkurrierende Konfessionen, daneben die Reformierten, die im Gefüge keinen Platz fanden – das funktionierte lange nicht, wie im dritten Teil der Ausstellung anschaulich dargestellt ist. Zu sehen sind unter anderem Gemälde von Cranach, Albrecht Dürer, Caspar David Friedrich und Ernst Barlach. Atmosphärischer Höhepunkt des Rundgangs durch das Unesco-Welterbe, selbst das wichtigste Exponat der Ausstellung, ist die berühmte Lutherstube, die authentische Wohn- und Arbeitsstätte des Reformators. Im Kernland der Reformation Aber auch sonst kommt man auf dem Weg zu Luther nicht an Thüringen vorbei (http://lutherweg.thueringen-entdecken.de sowie www.lutherland-thueringen.de). In Eisenach gibt es weitere interessante Ausstellungen beispielsweise im Bachhaus, im Lutherhaus sowie im Stadtschloss. Das Landestheater präsentiert „Luther! Rebell wider Willen“ als Musical (5.5.-30.7.2017). Im Erfurter Augustinerkloster wird bei Führungen ein Blick in die Lutherzelle gewährt. Zudem finden mehrere Ausstellungen statt, zum Beispiel „Barfuß ins Himmelreich? Martin Luther und die Bettelorden in Erfurt“ (18.5.-12.11.2017). Auch die 40. Internationale Orgelkonzertreihe in der Predigergemeinde (17.5.-27.9.2017) und die 23. Internationalen Orgelkonzerte im Erfurter Dom (20.5.-1.7.2017) stehen im Zeichen der Reformation. Weitere Luther-Veranstaltungen gibt es in vielen Orten Thüringens. Ein Theaterstück und ein Musical sind beispielsweise in Nordhausen am Harz zu erleben. Gotha präsentiert „Schauplätze der Reformation“ in einer Fotoausstellung (28.10.2017- 11.2.2018). Ein besonderes Erlebnis ist die Entdeckungsreise auf dem 1010 Kilometer langen Lutherweg, der auf fünf Routen die wichtigsten Wirkungsstätten des Reformators in Thüringen verbindet. In Sachsen-Anhalt, dem „Ursprungsland der Reformation“ ist Wittenberg das Zentrum der Feierlichkeiten (www. martinluther.de und www.luther-erleben. de). Dort entführt das 360-Grad-Panorama „Luther Silbernes Büstenreliquiar des Heiligen Benno 1517“ von Yadegar Asisi die Besucher in das Wittenberg des 16. Jahrhunderts. Im Reformationssommer lädt die Lutherstadt mit zahlreichen Events zum Besuch ein. Ein Höhepunkt ist die „Weltausstellung Reformation“ (20.5.- 10.9.2017), bei der sieben Themenbereiche entlang der Wallanlagen „Tore der Freiheit“ öffnen. In Halle an der Saale Albrechtsburg, Meißen bereitet die Sonderausstellung „Der Wert der Reformation“ das Thema speziell für Kinder, Jugendliche und Familien auf (26.3.- 1.10.2017). Die Büchersammlung des Fürsten und Theologen Georg III. von Anhalt steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Schatzkammer der Reformation“ (8.4.-9.7.2017) in Dessau- Roßlau. Die Ausstellung „Seht, da ist der Mensch“ thematisiert die Sicht der Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart auf den Menschen unserer Zeit (21.5.-5.11.2017). Das Kunsthistorische Museum in Magdeburg beschäftigt sich in der Ausstellung „Gegen Kaiser und Papst. Magdeburg und die Reformation“ (3.9.2017-28.1.2018) um die existenziellen Auseinandersetzungen um Glaube, Macht und Gerechtigkeit im 16. Jahrhundert. Ein musikalisches Vergnügen verheißt das „Wittenberger Renaissance Musikfestival“ an den Originalschauplätzen der Reformationsbewegung (22.-31.20.2017). Sachsen freut sich seit Ende des 16. Jahrhunderts über den Ehrentitel „Mutterland der Reformation“. Schließlich befindet sich hier das Grab Katharina von Boras sowie die erste von Luther geweihte Kirche Deutschlands. Die Broschüre „Mutterland der Reformation – Auf den Spuren eines Weltereignisses“ stellt die wichtigste Stätten in Sachsen vor (www.sachsen-tourismus.de). Eine weitere Broschüre mit dem Untertitel „Die katholische Seite“ beleuchtet die Persönlichkeiten der Gegenreformation. Passend dazu präsentiert die Albrechtsburg in Meißen eine Sonderausstellung zu Bischof Benno, dem ersten und zugleich letzten Heiligen Sachsens unter dem Titel „Ein Schatz nicht von Gold“ (12.5.-5.11.2017). Ebenfalls mit dem Thema Reformation beschäftigen sich die Ausstellungen „Torgau – Residenzstadt der Reformation“ auf Schloss Hartenfels (bis Oktober 2017) sowie „Luther im Disput. Leipzig und die Folgen“ (12.4.2017-18.1.2018) im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Das Museum für Druckkunst präsentiert die Ausstellung „Luther und der Buchdruck“ (4.5.-24.9.2017). Die Broschüre „Leipzig – Auf den Spuren von Luther und Bach“ (www.luther-in-leipzig.de) führt zu den wichtigsten Wirkungsstätten der beiden großen Persönlichkeiten, die auch bei thematischen Stadtführungen im Blickpunkt stehen.

Landgrafenschloss, Marburg Luther erwandern, erfahren, erleben An die bewegte Zeit um 1500 erinnert die Bayerische Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ in der Veste Coburg. 1530 verfolgte der unter Reichsacht stehende Luther auf der Veste den Augsburger Reichstag (9.5.-5.11.2017, siehe S. 9ff.). Augsburg spielte in der Reformationsgeschichte eine bedeutende Rolle. Warum das so ist, erzählen im Jubiläumsjahr Pfarrerinnen und Pfarrer bei der Lauschtour „Luther in Augsburg“. Via Smartphone-App erfährt der Stadtspaziergänger unter anderem wo Luther 1518 verhört und 1530 die Confessio Augustana veröffentlicht wurde. Bereits früh war Rothenburg ob der Tauber der reformatorischen Bewegung zugetan, doch der Bauernkrieg verzögerte 1525 die Einführung der Lehre Luthers. Die Wirren jener Zeit stehen im Mittelpunkt verschiedener Stadtführungen (siehe S. 9ff.). Unter dem Titel „Mit dem Schwert oder festem Glauben – Luther und die Hexen“ beleuchtet das Mittelalterliche Kriminalmuseum die Geschichte des Hexenglaubens und des Hexerei-Delikts (bis VIDEO 31.12.2018). Eine Ausstellung im Reichsstadtmuseum widmet sich der Rolle der „Medien in der Reformation“ (bis 30.9.2017). Die begleitende Broschüre „Rothenburg in Renaissance und Reformation“ bietet vertiefende Informationen zum Epochenumbruch. Auf dem Wormser Reichstag 1521 musste Luther seine Thesen vor dem Kaiser verteidigen. Dadurch ist Worms eng mit der Reformation verbunden. Schon 1520 wurde in der Magnuskirche evangelisch gepredigt. Im 18. Jh. bauten die Lutheraner mit der Dreifaltigkeitskirche eine Reformationsgedächtniskirche und die Reformierten die Friedrichskirche. Die Lutherkirche wurde 1512 im Darmstädter Jugendstil erbaut. Ausstellungen und diverse Führungen lohnen dieses Jahr den Besuch. Im Mai 2017 wird in Worms der „Lutherweg 1521“ eröffnet. Der Weg orientiert sich in seinem Verlauf an der Reiseroute Martin Luthers zum Reichstag nach Worms und zurück zur Wartburg und führt Wanderer und Pilger insgesamt rund 400 Kilometer durch die Bundesländer Rheinland- Pfalz, Hessen und Thüringen. Reichsstadtmuseum Rothenburg ob der Tauber Auf vielfältige Weise beschäftigen sich Museen und Städte in Nordrhein-Westfalen mit dem Reformationsjubiläum. Ein Höhepunkt ist die Ausstellung „Der geteilte Himmel“ im RuhrMuseum auf der Zeche Zollverein in Essen (3.4-31.10.2017). Erzählt wird die Entwicklung der Religionen und Konfessionen an Rhein und Ruhr vom Spätmittelalter bis heute. Ein enger Freund Luthers war Lucas Cranach d. Ä., einer der bedeutendsten Maler der Deutschen Renaissance. Dem Wittenberger Maler widmet das Museum Kunstpalast in Düsseldorf eine groß angelegte Sonderschau „Cranach. Meister – Marke – Moderne“ mit rund 200 Werken aus internationalen Museen und Sammlungen (8.4.-30.7.2017). Als „Pionierland der Reformation“ präsentiert sich Hessen, wo Luther sich mehrmals aufhielt – meist auf der Durchreise, was auf dem „Lutherweg 1521“ nacherlebbar wird. 1529 traf Luther beim „Religionsgespräch“ in Marburg mit Philipp Melanchton zusammen, woran im Jubiläumsjahr mit zahlreichen Events, u. a. der Ausstellung „Bildungsereignis Reformation! Ideen – Krisen – Wirkungen“ (6.5.-31.10.2017) im Landgrafenschloss erinnert wird. Den stürmischen Zeiten der Reformation, Luther sprach damals von „diesen geschwinden Zeiten“, widmet sich das Landesmuseum Braunschweig: Die Schau „Im Aufbruch. Reformation 1517-1617“ (7.5.-19.11.2017) befasst sich mit der niedersächsischen Geschichte der großen Zeitenwende im Reformationsjahrhundert. Der Ablasskommissar Johann Tetzel, ein wesentlicher Auslöser für Luthers Protest, steht im brandenburgischen Jüterbog im Mittelpunkt der Ausstellung „Tetzel- Ablass-Jüterbog“ (8.9.-26.11.2017). Zum Jubiläum gibt es einen speziellen „Luther-Pass“, der – vom Pilgerpass inspiriert – die Stätten der Reformation im Landkreis Elbe-Elster mit der Tetzelstadt Jüterbog, mit Torgau, dem Sterbeort von Luthers Gemahlin Katharina von Bora und mit der Lutherstadt Wittenberg verbindet. Autoreisen auf Luthers Spuren: Acht Routen, auf denen Interessierte dem Leben und Wirken Luthers nachspüren können, hat die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) gestaltet (www. germany.travel/luther). Sie führen zwischen Berlin und München zu allen Orten, die für die Reformation von besonderer Bedeutung waren. Die Route „Wo Luthers Erbe am lebendigsten ist“ reiht die wichtigsten Stationen seines Lebensweges auf. Renaissance und Reformation in Rothenburg ob der Tauber Luther und die Hexen Mittelalterliches Kriminalmuseum 1.5. 2016 bis 31.12. 2018 Medien der Reformation – Kampf der Konfessionen Reichsstadtmuseum 2.10. 2016 bis 30.9. 2017 Rothenburg Tourismus Service Tel. +49 9861 404800 www.rothenburg.de/tourismus info@rothenburg.de 500 Jahre Reformation 53

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