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Ferienmagazin Deutschland 2017

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Landshuter Hochzeit 1475

Landshuter Hochzeit 1475 Europas größtes historisches Fest entführt mit authentischer Inszenierung in die faszinierende Welt des Mittelalters Eine Stadt im Ausnahmezustand: Alle vier Jahre verwandelt sich die Landshuter Innenstadt in eine einzige, riesige Freilichtbühne. 2017 ist es wieder soweit. Vom 30. Juni bis zum 23. Juli bildet die alte Herzogstadt an der Isar die Kulisse für das größte historische Fest Europas – die „Landshuter Hochzeit 1475“. An die 2500 Bürgerinnen und Bürger lassen in originalgetreuen Kostümen mit viel Liebe fürs Detail die ganze Pracht des späten Mittelalters und eine rauschende königliche Hochzeit wieder aufleben. Das farbenfrohe Spektakel erinnert an die Hochzeit des jungen Herzogs Georg des Reichen von Bayern-Landshut mit der polnischen Königstochter Hedwig, durch die das christliche Abendland vereint wurde. Die Vermählung, bei der sogar der Kaiser zugegen war, gilt als das üppigste Fest der späten Gotik. Die junge Braut war gerade 18 Jahre alt, als sie im Herbst des Jahres 1475 mit großem Geleit in Krakau aufbrach. Zwei Monate dauerte die Reise, ehe sie an einem grauen Novembertag die historische Hauptstadt Niederbayerns erreichte. Dort wurde sie von ihrem Bräutigam erwartet. Die Fern-Verlobten sahen sich in diesem Moment zum ersten Mal. Nach einer herzlichen Begrüßung zog das Paar mit prunkvollem Geleit zur Trauung in die Kirche. „Nachdem die Zofen sie nach ihrer Landessitte geschmückt hatten, führten sie die Königin hinauf zum Hochaltar. Und sie weinte gar sehr“, erzählen alte Schriften von ergreifenden Momenten, als der Erzbischof von Salzburg in der majestätischen Pfarrkirche St. Martin die Trauung vollzog. 54 Landshuter Hochzeit Der Hochzeitszug durch die Altstadt zu Füßen der majestätischen Burg Trausnitz ist einer der Höhepunkte des Festspiels, das dieses Jahr zum 41. Mal über die Bühne geht. „Himmel Landshut, Tausend Landshut!“ erklingt es in der Herzogstadt, wenn die Braut aus dem von acht prächtigen Schimmeln gezogenen goldenen Prunkwagen den jubelnden Gästen am Straßenrand und auf den Tribünen zulächelt. Begleitet vom vieltausendfachen „Hallooo“ der Teilnehmer windet sich der festliche Zug durch das Zentrum der Residenzstadt. VIDEO Kaiser, Fürsten und Grafen, Edeldamen und Junker, Ritter und Reisige, Pagen und Ratsherren in herrlichen historischen Kostümen entführen das Publikum in die faszinierende, sinnliche Welt des Mittelalters, das auch in einem unterhaltsamen und facettenreichen Rahmenprogramm an vielen Orten der malerischen Stadt zum Leben erweckt wird. Während der Festwochen erfreuen kauzige Komödianten und artistische Gaukler das Publikum auf den Plätzen und in den Straßen Landshuts. Musikgruppen und Spielleute unterhalten unter anderem auf dem Zehrplatz die Besucher, die es sich hier bei Speis und Trank gutgehen lassen, mit der Musik des Mittelalters. Im italienischen Innenhof der Stadtresidenz erzählt die „Landshuter Hofkapelle“ in ihrem Konzert „Musik zu des Fürsten Hochzeit“ heitere Episoden rund um die Landshuter Hochzeit 1475, die ein Fest für die ganze Familie ist. An den Wochenenden gibt es zudem hier und da spontane Aktionen für Kinder. Auf dem Turnierplatz, wo der Hochzeitzug endet, nehmen das Brautpaar und die fürstlichen Gäste, an der erhöhten Hochzeitstafel sitzend, die Huldigungen entgegen, während Fahnenschwinger, Reisige und Ringelstecher ihr artistisches Können zeigen, junge Edelmänner sich im Wettstreit messen und eiserne Ritter zu Pferd mit Turnierlanzen aufeinander zusprengen. Nebenan herrscht ungezwungenes mittelalterliches Lagertreiben mit brutzelnden Spanferkeln und kreisenden Humpen, Musik und Schalkereien – solange die Gäste ausharren und mitfeiern. Landshut Tourismus, Verkehrsverein Landshut, e.V. Tel. +49-871-92205-0 www.landshuter-hochzeit.de www.landshuter-hochzeit-tickets.de www.landshut-tourismus.bayern

Weltkultur in Kassel Heuer im Mittelpunkt der weltgrößten Ausstellung zeitgenössischer Kunst, begeistert Kassel seine Besucher darüber hinaus mit vielfältigen spannenden Begegnungen in Museen und Parks Alle fünf Jahre wird Kassel zum Nabel der internationalen Kunstwelt. 2017 ist es wieder soweit: 100 Tage lang zeigt die documenta, die weltweit wohl bedeutendste und größte Ausstellung zeitgenössischer Kunst, Interessierten aus aller Welt wieder neue Richtungen auf – wie immer begleitet von leidenschaftlichen öffentlichen Debatten. Dafür liefert sie dieses Mal gleich doppelt Stoff, denn auf Anregung des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk findet die documenta14 erstmals seit ihrer 60-jährigen Geschichte als gleichwertiger, zusätzlicher Gastgeber in der griechischen Hauptstadt Athen statt. Das Fridericianum ist ein zentraler Ort der Gegenwartskunst, an dem signifikante Positionen und Strömungen der Kunst wie gesellschaftlich relevante Fragestellungen aufgegriffen werden Der Herkules, das Wahrzeichen von Kassel, ist eine Nachbildung des antiken Hercules Farnese und thront als krönender Abschluss der 1,5 Kilometer langen Kaskadenanlage über dem Bergpark Wilhelmshöhe In Athen wird die diesjährige documenta am 8. April (bis 16. Juli) eröffnet, in Kassel beginnt sie am 10. Juni (bis 17. September). In beiden Orten dauert die Schau exakt 100 Tage, nur einen Monat lang findet sie parallel in beiden Städten statt. Man darf gespannt sein, wie das anfangs heftig kritisierte Konzept „Von Athen lernen“ und dem damit von Adam Szymczyk provozierten Perspektivwechsel (Kassel schlüpft nach 60 Jahren als „Gastgeber“ in die Rolle des Gastes) in die Darstellungen der Künstler einfließen, die zur Vorbereitung sowohl nach Athen als auch nach Kassel reisten, um sich für ihre künstlerischen Arbeiten inspirieren zu lassen. In Kassel darf man sich auf beeindruckende Ausstellungen im Fridericianum, am Friedrichsplatz sowie in der documenta-Halle und in der Neuen Galerie freuen. In ihren Werken setzen sich Künstler wie Adam Brüder Grimm Szymczyk, Andrea Angelidakis, Linnea Dick, Antonio Negri oder Sergio Zevallos unter anderem mit Themen wie Frieden, Tortur, Krieg, Geschlechtsidentität, Politik und Gesellschaft auseinander. In einem Interview mit der Basler Zeitung erklärte Szymczyk: „Wir möchten einen Ort schaffen, an dem die Stimmen von Minderheiten und all jenen, die zum Schweigen gebracht wurden, gehört werden können.“ Ein Aufsehen erregendes Projekt ist beispielsweise der „Parthenon der Bücher“: Die argentinische Künstlerin Marta Minujin will aus 100.000 Büchern verfolgter, verfemter und verbotener Schriftsteller einen spektakulären Tempelbau entstehen lassen. Durch Buchspenden können die Bürger quasi selbst Teil dieses Kunstwerks auf dem Friedrichsplatz werden. Zudem korrespondiert die documenta dieses Jahr mit der internationalen Ausstellung „Skulptur Projekte“ im westfälischen Münster. Zum fünften Mal findet diese außergewöhnliche, alle 10 Jahre stattfindende Schau von Kunst im öffentlichen Raum statt, bei der rund 30 Künstlerinnen und Künstler Skulpturen präsentieren (siehe S. 64ff.). Diese zwei wichtigsten zeitgenössischen Kunstprojekte in Deutschland sind als viertägiges Reise-Arrangement „Grand Tour Münster – Kassel“ beim Spezialveranstalter „art cities Reisen“ buchbar. Die große Vielfalt von Museen und Ausstellungshäusern machen die nordhessische Metropole darüber hinaus seit langem zum beliebten Reiseziel bei Kulturinteressierten. Das Fridericianum, 1779 eröffnet, war der erste öffentliche Museumsbau in Europa und ist heute ein zentraler Ort der internationalen Gegenwartskunst, seit 1995 das Zentrum der documenta. Zwei weitere Museen, das Stadtmuseum sowie das Ende November 2016 wieder eröffnete Hessische Landesmuseum, wurden in den vergangenen Jahren aufwändig modernisiert. Den Brüdern Grimm, die zwischen 1798 und 1841 in Kassel lebten und wirkten, ist die Grimmwelt auf dem Kasseler Weinberg gewidmet. Zu den wertvollsten Exponaten des interaktiven Mitmach-Museums gehören die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen. Sie sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte und seit 2005 Unesco-Weltdokumentenerbe. Kassel ist auch die Hauptstadt der „Deutschen Märchenstraße“ (siehe S. 59), die von ihrer Geburtsstadt Hanau bei Frankfurt am Main bis nach Bremen in vielen Orten die Geschichten der Brüder Grimm lebendig werden lässt. Vor den Toren der nordhessischen Metropole liegt der Bergpark Wilhelmshöhe. Die Anlage mit den historischen Wasserspielen zählt zu den herausragenden Beispielen europäischer Gartenbaukunst und ist seit 2013 Unesco-Welterbestätte. Die barocke Parkarchitektur, Kaskaden und Wassertheater prägen das Erscheinungsbild. Und natürlich das monumentale Oktogonbauwerk mit der acht Meter hohen Herkulesstatue, die über die Kaskadenanlage wacht. Das Kasseler Wahrzeichen wird 2017 300 Jahre alt, aus diesem Anlass gibt es eine Sonderausstellung im Schloss Wilhelmshöhe (7.4.-8.10. 2017, siehe S. 64ff.). Auf dem Platz vor dem KulturBahnhof steht heute der heimliche Publikumsliebling der d9, „Man walking to the sky“, der Himmelsstürmer, von Jonathan Borofsky Kassel Marketing GmbH www.kassel-marketing.de documenta GmbH www.documenta.de Kassel – documenta 55

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