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Ferienmagazin Deutschland 2017

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Im wahrsten Sinne

Im wahrsten Sinne märchenhaft ist der Weihnachtsmarkt in Kassel. Das vorweihnachtliche Treiben steht ganz im Zeichen der Märchen der Brüder Grimm. Wer sich eine Auszeit vom Stöbern und dem Probieren verschiedener Köstlichkeiten nehmen möchte, der lauscht in der Himmelswerkstatt im gemütlichen Märchenwagen der nachmittäglichen Märchenlesung. In der Altstadt von Leipzig verbreiten 250 Stände weihnachtliches Funkeln. Der weltberühmte Thomanerchor und Orgelkonzerte erwecken musikalische Träume von der heiligen Nacht. Einen hervorragenden Blick auf das geschmückte Adventsdorf bietet eine Fahrt im 38 Meter hohen Riesenrad. Literarisch Interessierte lauschen in Lübeck der Lesung des Weihnachtskapitels aus den Buddenbrooks von Thomas Mann und erkunden die Stadt bei Führungen auf den Spuren des weltbekannten Autors. Historischer Weihnachtsmarkt, Wartburg Romantische Weihnachtsträume Besonders heimelig wird die Weihnachtsstimmung in mittelalterlicher Kulisse, nostalgischen Budendörfern und besonderem Gelände. So verströmt das Freilichtmusem Glentleiten am Kochelsee in Oberbayern in der Vorweihnachtszeit ein ganz eigenes Flair. Nur ein Katzensprung entfernt ist der Christkindlmarkt am Kulturzentrum in Murnau. Hier verkaufen die Budenbetreiber kunstvolles Handwerk und handgefertigten Schmuck. Der Reiterlesmarkt in Rothenburg ob der Tauber verzückt seit dem Mittelalter mit seinem ganz besonderen Charme. Zwischen den Türmen und Toren der Stadt ist der Auftritt des „Rothenburger Reiterles“ ein Höhepunkt. In früherer Zeit galt er als Abgesandter einer anderen Welt, der zur Weihnachtszeit mit den Verstorbenen durch die Lüfte schwebt. Heute eröffnet die Sagengestalt den Weihnachtsmarkt. Fürstlich oder klassisch? In Regensburg hat der Besucher die Wahl zwischen einem traditionellen Markt in der Altstadt und dem kleinen, kuscheligen Weihnachtsmarkt im Innenhof des Schlosses Thurn und Taxis. Kerzenzieher, Laternenbauer, Zinngießer und Wollefilzer bieten ihre kunstvollen Produkte in liebevoll geschmückten Holzhäuschen an. In Altötting sorgen die Barockgebäude rund um den Weihnachtsmarkt für eine romantische Atmosphäre; besinnliche Töne erklingen beim traditionellen Adventssingen. Wie eine Puppenstadt liegt der Landshuter Weihnachtsmarkt eingebettet in die prächtige Kulisse der geschichtsträchtigen Häuserfassaden auf dem zauberhaften Vorplatz der Jodokskirche. Das festliche Angebot wird allen Sinnesfreuden gerecht: weihnachtliche Musik, köstliche Leckereien, Kunsthandwerk, Spielzeug und Lichterglanz. Der Altdeutsche Weihnachtsmarkt von Bad Wimpfen ist einer der stimmungsvollsten Adventsmärkte im Land. Rund 100 Stände bieten leckere Naschereien und herzhafte Speisen. Das historische Fachwerkensemble und die prächtige Kaiserpfalz erkunden Besucher bei einer Stadtführung mit einem Nachtwächter im traditionellen Gewand. Weihnachtliche Klänge aus der nostalgischen Karussellorgel und Tausende von Geschenkideen für das Fest: Auf dem Weihnachtsmarkt am Wasserturm in Mannheim wechselt man ganz von selbst in den Genuss- Modus. 200 festlich geschmückte Hütten und eine 18 Meter hohe begehbare Weihnachtspyramide laden zum Entschleunigen, Einkaufen und Genießen ein. Der Historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg nimmt seine Besucher mit auf eine Zeitreise in die Welt des historischen Handels und altehrwürdiger, schon fast vergessener Handwerkskünste – Kerzenzieher, Glasbläser, Gewandmeisterinnen, Laternenbauer, Seifensieder, Steinmetze, Kräuterfrauen und Zinngießer. Das alles inmitten der einzigartigen Kulisse der berühmten Wartburg im thüringischen Eisenach, die seit 1999 zum Unesco-Welterbe gehört. Schon 1815 wurde in Weimar ein Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz aufgestellt. An den Adventswochenenden flanieren am Nachmittag Feen, Elfen und Weihnachtswesen zwischen den Christkindlmarkt-Besuchern und sorgen für einiges Aufsehen. Eine Melodie erklingt im Advent besonders oft: „O du fröhliche“ wurde von dem Weimarer Dichter und Sozialpädagogen Johannes Daniel Falk geschrieben. „Weihnachtsstimmung hoch zehn“ verbreiten die Budendörfer der 9+1 Städte in Niedersachsen: Braunschweig, Celle, Göttingen, Goslar, Hameln, Leipzig Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Wolfsbüttel und die Autostadt Wolfsburg. In Göttingen lassen sich Kunsthandwerker über die Schulter gucken, eine elf Meter hohe Pyramide verbreitet weihnachtlichen Glanz in Hameln. Funkelnd illuminiert sind die Häuserzeilen und Kirchen in Lüneburg, das größte Fachwerkensemble Europas säumt den Weihnachtsmarkt in Celle, während das „finnische Weihnachtsdorf“ in Hannover skandinavische Bräuche und Leckereien anbietet. In der „Eiswelt“ des Weihnachtsmarktes in der Autostadt Wolfsburg finden märchenhafte Shows statt. Die historische Innenstadt von Schwerin wird schon eine Woche vor dem ersten Advent zum Winterland. Der „Stern im Norden“, wie der Markt genannt wird, erstreckt sich von einem Riesenrad, einer Eislaufbahn und vielen Karussells am Pfaffenteichsüdufer bis hin zu einer glitzernden Pyramide und einer romantisch beleuchteten Christtanne am Altstädtischen Marktplatz. Ungewohnte Düfte Je nach Region lassen sich auf den Weihnachts- und Christkindlmärkten manche kulinarische Entdeckungen ma- Ludwigsburg VIDEO 70 Weihnachtsmärkte

chen. Auf dem Barock-Weihnachtsmarkt in Ludwigsburg bieten Gastronomen schwäbische Spezialitäten an, wie Schupfnudeln und die Holzofendinnede, eine herzhafte Leckerei mit Schmand, Kartoffeln und Speck. Auch auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Dom in Trier locken regionaltypische, süße oder herzhafte Spezialitäten den hungrigen Besucher. Die Alt Binger Weihnacht verwöhnt ihre Gäste mit Lachs vom offenen Feuer sowie Heuschnaps an Feinkostständen, bevor sich die Besucher an handgefertigten Marionetten, selbstgeschnitztem Holzspielzeug und schickem, handgemachtem Schmuck erfeuen. „Weihnachtswald”, Goslar Aachener Printen sind ein Markenzeichen des Weihnachtsmarktes in Aachen, wo mehr als hundert Kunsthandwerker und Genussstände für ein buntes Treiben vor dem Rathaus und dem Dom sorgen. Regionale Leckerbissen gibt’s in der „Hutzenstub“ auf dem Weihnachtsmarkt in Zwickau. Ganz in erzgebirgischer und vogtländischer Tradition präsentieren sich die Handwerker und Gastronomen in der Altstadt. Handwerkliche Vielfalt Originelle Weihnachtsgeschenke und schönes Kunsthandwerk bietet der Weihnachtsmarkt in Aalen. Hier präsentieren sich Händler, Kunsthandwerker und Hobbybastler aus Nah und Fern und bieten handgefertigte Dekorationen und ausgefallene Geschenkideen. Görlitz Der Weihnachtsmarkt in Erfurt besteht aus über 200 geschmückten Holzhäuschen rund um die festliche Weihnachtstanne. Die Besucher stärken sich mit Thüringer Rostbratwurst, während sie vom Domplatz über den Fischmarkt flanieren. Vorbei an Patrizierhäusern und Fachwerkbauten tingelt am Wochenende der Weihnachtsmarkt-Express zu den schönsten historischen Gebäuden der Stadt. In Lauscha im Thüringer Wald, wo auch der traditionelle Kugelmarkt stattfindet, bieten örtliche Kunsthandwerker selbstgefertigte Christbaumkugeln, Glöckchen und Holzhandwerk an. Um den historischen Markt in Quedlinburg herum verwandeln sich die jahrhundertealten Fachwerkhäuser in den größten Adventskalender Deutschlands: Täglich öffnet eines der Gebäude um den Schlossberg seine Türe und bietet Überraschungen für kleine und große Besucher. Ein weiteres Highlight ist der „Advent in den Höfen“: 24 Häuser in der Altstadt öffnen an drei Wochenenden ihre Innenhöfe, wo Künstler und Köche ihre Werke anbieten. Als „Weihnachtsland“ wird Sachsen im Advent gerne bezeichnet. Der Grund dafür sind die ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands und die unzähligen kleinen, stimmungsvollen Christkindlmärkte, die überall im Bundesland ihre Buden öffnen. Handgefertigte Sielzeuge gibt’s auf dem Markt in Seiffen, Geschenkideen in Annaberg-Buchholz oder in Chemnitz, wo alte Bräuche lebendig werden und traditionelles Kunsthandwerk ebenso über die Budentische geht, wie die typischen Nussknacker. Mit einem traditionellen Stollenanschnitt wird der schlesische Christkindlmarkt in Görlitz eröffnet. Beim Spaziergang durch die weihnachtlich geschmückte Budengasse findet man allerlei Geschenkideen aus der Region und dem Dreiländereck. Die Handwerkskunst, kulinarischen Köstlichkeiten und Getränke, die in den weiß-rot gehaltenen Hütten verkauft werden, kommen zumeist aus den Regionen Oberlausitz, Niederschlesien, Böhmen, Sachsen und Polen. Auf der Bühne des Christkindlmarktes gibt es Weihnachtsjazz und Christmas-Rock, Theater und Weihnachtssingen sowie Aufführungen der Kindergärten und Schulen aus Görlitz und Zgorzelec. Die Porzellanmanufaktur in Meißen öffnet im Advent ihre Pforten zu einem stimmungsvollen Weihnachtserlebnismarkt. Besucher können dort zuschauen, wie ihre kostbaren Porzellangeschenke entstehen und Pralinen kunstvoll dekoriert werden. Das spätgotische Rathaus der Stadt Meißen verwandelt sich in einen Adventskalender, der zusammen mit der imposanten Frauenkirche und Renaissancebauten eine malerische Kulisse für den Weihnachtsmarkt darstellt. 15 Weihnachtsdörfer verteilen sich in der Hansestadt Hamburg. Zum Beispiel auf der Spitalerstraße, wo man Runden auf dem Nostalgiekarussell drehen und hübsches Kunsthandwerk erstehen kann. Besonders ausgeflippt ist das adventliche Treiben auf der Reeperbahn, „Santa Pauli“. Hier trinkt man Glühwein mit knackigen Wichteln und sexy Engelchen. Potsdam lockt zur Weihnachtszeit mit historischen Weihnachtsmärkten aus verschiedenen Nationen: Ein böhmischer Weihnachtsmarkt, ein holländisches Sinterklaas- Fest, ein polnischer Sternenmarkt, ein italienisches Weihnachtsdörfchen und der größte Weihnachtsmarkt Brandenburgs, der Blaue Lichterglanz, laden zum Flanieren ein. Zwischen dem hell erleuchteten Rathaus, der Wasserkunst und ehrwürdigen Giebelhäusern findet auf dem historischen Wismarer Marktplatz der traditionelle Wismarer Weihnachtsmarkt statt. Porzellan-Manufaktur Meissen Weihnachtsmärkte 71

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