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Ferienmagazin Deutschland 2014

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Spannende Einblicke, packende Inszenierungen Moderne Ansätze aus der Bauhausschule verwirklichte Walter Gropius mit dem Fagus Werk im niedersächsischen Alfeld. Mit dem ab 1911 errichteten Werk erhielt ein mittelständischer Betrieb ein völlig ungewohntes Erscheinungsbild. Mehr als 100 Jahre nach Baubeginn erfüllt der Industriekomplex noch immer seinen ursprünglichen Zweck. Spannende Einblicke in 850 Jahre bergmännische Arbeit gewährt das 1988 stillgelegte Erzbergwerk Rammelsberg am Rande der Altstadt von Goslar, aus dem eines der größten und originellsten Museen Deutschlands samt Besucherbergwerk entstanden. Es ist ebenso Welterbestätte wie die Altstadt und das immense Teich- und Grabenverbundsystem der Oberharzer Wasserwirtschaft. Die Welterbestätten in Alfeld und Goslar lassen sich gut kombinieren mit einem Abstecher nach Hildesheim, wo mit der St. Michaelis-Kirche und dem Mariendom zwei herausragende Beispiele frühromanischer Baukunst zu bewundern sind. Vier historische Altstädte an der Nord- und Ostseeküste komplettieren die Reise zu den deutschen Weltkulturerbestätten. In Bremen stehen das Rathaus als Musterbeispiel der „Weser-Renaissance“ und die Roland-Statue auf dem Marktplatz im Mittelpunkt. In den Hansestädten Lübeck - einem der bedeutendsten Zeugnisse der Backsteingotik - Stralsund und Wismar zeugen die wunderbar erhaltenen alten Stadtkerne von Glanz und Blüte früherer Jahrhunderte. Auf den Spuren der Römer einmal quer durchs Land führt der obergermanisch-rätische Limes. Auf der 550 Kilometer langen Strecke von Bad Hönningen am Rhein bis in die Nähe von Regensburg an der Donau sind neben den original erhaltenen Relikten des antiken Grenzwalls Rekonstruktionen, Ausgrabungen und Nachbauten zu sehen. Etwa 80 Stationen laden mit packenden Inszenierungen ein, die Grenze des einstigen Imperium Romanum zu erkunden. Ganz andere Eindrücke vermitteln Entdeckungsreisen zu den Unesco- Naturerbestätten in Deutschland Aufschluss über die frühe Evolution der Säugetiere gibt die Fossilienlagerstätte Messel bei Darmstadt. Hier wurden nicht nur Überreste von mehr als siebzig Urpferden 54 Unesco-Welterbe Malerische Fachwerkhäuser schmücken die Gassen in der Altstadt von Goslar sondern auch fossile Insekten, Vögel und Reptilien entdeckt. Einblick in die faszinierende Welt gewährt das moderne Besucherzentrum, wo man verschiedene Themen auf eigene Faust erkunden oder sich fachkundig von Naturwissenschaftlern erläutern lassen kann. Kostbare Natur-Schätze sind die alten zusammenhängenden Buchenwälder, die sich von der Küste Mecklenburg-Vorpommerns bis in die Mittelgebirge erstrecken. Die teilweise spektakulären Landschaften, die auf markierten Pfaden und Wanderwegen erkundet werden können, vermitteln einen Eindruck, wie Deutschland aussähe, würde der Mensch nicht Einfluss nehmen. Das Obere Mittelrheintal, der 65 Kilometer lange Abschnitt, auf dem der Rhein zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz spektakulär das Rheinische Schiefergebirge durchbricht, gehört seit 2002 zum Kreis der Welterbestätten. Mit seinen Weinterrassen und den zahlreichen, auf Felsvorsprüngen kauernden Höhenburgen gilt das Tal, in dem einst auch die berühmte Loreley die Schiffer becircte, als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft (siehe S. 53). Wie sich Gärten und Schlösser auf wunderbare Weise verbinden können, dokumentiert seit mehr als 200 Jahren das Gartenreich Dessau-Wörlitz. In den sehenswerten Anlagen ist Kulturgeschichte vom Barock über Rokoko bis hin zum Klassizismus auf engstem Raum erlebbar. Das Verschmelzen von Natur und Kunst, von Ökologie und Ökonomie fasziniert immer wieder aufs Neue. Der Gründungsbau des deutschen Klassizismus, das Wörlitzer Schloss, wurde erstmals seit seiner Einweihung im März 1773 umfangreich restauriert und erstrahlt nun wieder in seiner ursprünglichen äußeren Gestalt. Als Gesamtkunstwerk von Weltrang gilt der Muskauer Park im sächsischen Bad Muskau. Die etwa 830 ha große, zwischen 1815 und 1845 Bei Ebbe gibt im Wattenmeer vor der deutschen Nordseeküste der Meeresboden seine Geheimnisse preis Das Holstentor ist eine passende Kulisse für das Mittelalterlager in Lübeck nach Plänen des Gartenkünstlers und Reiseschriftstellers Hermann Fürst von Pückler- Muskau geschaffene Parkanlage lässt beim Spaziergang den Betrachter ständig wechselnde, dreidimensionale Bilder erleben. Faszinierende Entdeckungen machen Naturliebhaber, die an der Nordseeküste bei Wanderungen dem Wattenmeer im wahrsten Wortsinn auf den Grund gehen. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten sind zu Hause in dieser vielseitigen Küstenlandschaft, wie es sie in der Welt kein zweites Mal gibt. Muschelbänke, dichte Seegraswiesen und weiches Schlickwatt geben den Tieren Nahrung. Blühende Salzwiesen folgen auf weiße Strände und Dünen. Alle sechs Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab, und in jedem Augenblick verändert sich die Landschaft fast magisch. Spannende Ferienerlebnisse im Weltnaturerbe bieten die Partner des Nationalparks Wattenmeer (www.angebote.sht.de/ de/fahrtzielnatur). Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel mit dem Herkulesmonument und seinen Wasserspielen ist das jüngste deutsche Mitglied im Kreis der Unesco-Welterbestätten. Die Anlage, auf der an fünf zentralen Stationen mit völlig unterschiedlichen „Bühnenbildern“ ein monumentales Wassertheater inszeniert wird, ist ganzjährig ein Erlebnis. Am schönsten ist es von Mai bis Oktober, wenn sich an drei Tagen in der Woche rund 750.000 Liter Wasser über zwölf Kilometer lange Wässerläufe, Teiche und Wasserfälle ergießen und am Ende zu einer über 50 Meter hohen Fontäne aufsteigen.

der Geiger Renaud Capuçon, die Sopranistin Mojca Erdmann, der Bariton Christian Gerhaher oder die Schauspielerin Corinna Harfouch. Festspiele und Musik Puren Hörgenuss und Freude fürs Auge bieten Konzerte, Festivals und Ausstellungen in traditionellen oder außergewöhnlichen Spielstätten und Museen Jedes Jahr im Sommer wird die bayerische Landeshauptstadt zur Pilgerstätte für Opern- Fans. Die Münchner Opernfestspiele (27.6.-31.7.2014) beginnen dieses Jahr mit einer Premiere von Gioachino Rossinis Guillaume Tell in einer Inszenierung des jungen Regisseurs Antú Romero Nunes. Die musikalische Leitung liegt bei Dan Ettinger. Eine weitere Neuproduktion feiert am 20. Juli im Prinzregententheater Premiere – Claudio Monteverdis L’Orfeo. Vor über 130 Jahren gegründet, übt das traditionsreichste Festival seiner Art noch immer ungebrochene Anziehungskraft aus. Ein Highlight ist auch das Open-Air-Event Klassik am Odeonsplatz. Dieses Jahr verwandelt sich der schönste Platz der Stadt zum 14. Mal in einen Freiluft- Konzertsaal (5./6.7.2014). Die Münchner Philharmoniker eröffnen das Festival mit Starsolist Lang Lang und dem Klavierkonzert Nr. 3 von Sergej Prokofjew. Am zweiten Tag übernimmt Mariss Jansons den Dirigentenstab beim Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Bunt und fröhlich geht es zu beim Dachauer Musiksommer mit Konzerten und Open-Air-Veranstaltungen unterschiedlichster Genres. „Jazz in allen Gassen“ ist in Dachau die Devise am 6. Juni 2014. Seit Jahren ein Publikumsmagnet der sommerlichen Konzertreihe sind die Auftritte internationaler Pop-Rock-Bands: Am 7. Juni gibt es ein schwedisches Doppelpack mit „Shout out Louds“ und „Friska Viljor“. Eine unvergleichliche Atmosphäre herrscht am 18. Juli, wenn Tausende Gäste mit Picknickkör- Bei „Klassik am Odeonsplatz“ verwandelt sich einer der schönsten Plätze Münchens in einen stimmungsvollen Freiluft-Konzertsaal ben in den Hofgarten des Dachauer Schlosses strömen und bei Musik und Kerzenlicht das Barockpicknick genießen. Optisch wie akustisch ein Hochgenuss ist das Mozartfest Würzburg (23.5.-29.6.2014). Die Melodien Mozarts und die von Weinbergen umrahmte fürstbischöfliche Stadt am Main, die Verschmelzung erstklassiger musikalischer Darbietungen mit der Architekturkunst Balthasar Neumanns, den Fresken Tiepolos und den Stukkaturen Antonio Bossis: Diese Verbindung verzaubert das Publikum seit 1921, bei Sinfoniekonzerten im prachtvollen Kaisersaal der Residenz, bei Kammermusik-Matineen, bei den Nachtmusiken im romantisch illuminierten Hofgarten oder bei Cross-over-Projekten an ungewöhnlichen Spielorten. Das Festival steht erstmals unter der künstlerischen Leitung der neuen Intendantin Evelyn Meining und hat das Thema „Mozart – trazoM. Musik im Spiegel“.„Trazom“ ist ein von Mozart selbst in manchen Briefen verwendetes Spiegelbild seines Namens. Zum ersten Mal gibt es ein „Mozart- Labor“ im Exerzitienhaus Himmelspforten – ein Austausch mit prominenten Dozenten , der auch für Publikum geöffnet ist. Besonderen Glanz verleihen den rund 60 Veranstaltungen renommierte Künstlerinnen und Künstler wie der Komponist, Pianist und Klarinettist Jörg Widmann, die Pianistin Khatia Buniatishvili, Stimmungsvolle Schlosskonzerte Zum 18. Mal geht in Stuttgart das Internationale Solo-Tanz- Theater-Festival (13.-16.3.2014) „Treffpunkt Rothebühlplatz“ über die Bühne. Das Festival bietet vor allem jungen Tänzern die Chance, sich mit ihren Tanzstücken bekannt zu machen und einen interessierten Zuschauerkreis für das zeitgenössische Tanztheater zu gewinnen. Jedes Jahr aufs Neue ein Erlebnis sind die Ludwigsburger Schlossfestspiele. Die traditionellsten und renommiertesten Festspiele Baden-Württembergs finden bereits zum 62. Mal statt (15.5.-30.7.2014). Neben musikalischen und tänzerischen Highlights gibt es Theateraufführungen und Literatur-Events. Ihren Reiz ziehen die Festspiele auch aus den unterschiedlichen Spielstätten wie dem Residenzschloss, dem Kunstzentrum, der Musikhalle und der Friedenskirche, in der Umgebung zählen Lesungen Märkte Vorträge Jazz & Co. Während des Musiksommers pilgern tausende Gäste in den Hofgarten des Schlosses Dachau, um beim Barockpick nick einen einmaligen Abend zu verbringen Kunst, Kultur und Festspiele 55

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