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Ferienmagazin Deutschland 2014

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Jedes Jahr im Juni

Jedes Jahr im Juni treffen sich in Zwickau, der Geburtsstadt des Komponisten Robert Schumann, Anhänger seiner Musik und feiern das Schumann-Fest (6.-22.6.2014). Kammerund Orchesterkonzerte stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Lieder- und Klarvierabende sowie Matineen. „Ganz romantisch“ ist das Motto des Festivals. Die diesjährigen Movimentos Festwochen (22.04.-1.6.2014) der Autostadt mit dem Thema „Glück“ bieten wieder ein Programm aus zeitgenössischem Tanz, Klassik-, Jazz- und Popkonzerten, Lesungen und Schauspiel. Den Auftakt gestalten die jungen Nachwuchstänzer der Movimentos Akademie mit ihrer eigenen Produktion zum Thema „Glück“. Als erste Tanzveranstaltung präsentiert der marokkanisch-flämische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui sein Tango-Stuck „m¡longa“ (Deutschlandpremiere, Koproduktion). Ihm folgt die brasilianische Company Grupo Corpo mit den Arbeiten „Triz“ und „Ímã“ (Europapremiere). Mit dem Beijing Dance Theater ist erstmals eine chinesische Company bei Movimentos zu Gast. Die Company Wayne McGregor | Random Dance stellt die Arbeit „Atomos“ im Rahmen einer Deutschlandpremiere (Koproduktion) vor. Die Europapremiere der Trilogie „L’espace du temps“ (Koproduktion) zeigt das amerikanische Diavolo Dance Theater. Während der Movimentos Festwochen ist außerdem die Kunstausstellung „Glückssache“ zu sehen. Klangvoller Norden Seit 1986 sorgt das Schleswig-Holstein Musik-Festival (5.7.-31.8.2014) für ein „kulturelles Hoch über dem Norden“. Acht Wochen erklingt vorwiegend klassische Musik im Land zwischen den Meeren, in oft außergewöhnlichen Umgebungen wie Scheunen, Gutshöfen und Herrenhäusern. Diesen Sommer steht der Komponist Felix Mendelssohn im Mittelpunkt des Festivals – zum Beispiel mit der Aufführung des Oratoriums Elias in der Sparkassen-Arena Kiel. Neben diesem Mega-Event bietet der schleswig-holsteinische Veranstaltungskalender zahlreiche kleinere Festivals, die ebenfalls eine treue Fangemeinde haben. Etwa die Jazz-Baltica auf dem Gelände der Evers-Werft bei Timmendorfer Strand (26.-29.6.2014). Diesen Sommer stehen neben dem eigens für das Festival entstandenen Jazz Baltica Ensemble unter anderem das Dieter Ilg Trio, die Top Dog Brass Band und das Alexandra Lehmler Quintett auf dem Programm. Ein weiterer Geheimtipp ist die Folk Baltica (7.- 11.5.2014), die zum 10. Mal in Flensburg nordische und baltische Musik präsentiert. Ungewöhnliche Hörerfahrungen erwartet auch die Besucher der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern (20.6.- 21.9.2014). Die rund 100 Konzerte kommen in Herrenhäusern und Schlossparks, Kirchen und Klöstern, in Scheunen und in Industriehallen zur Aufführung. Auch originelle Formate wie das Festival „360 Grad Streichquartett“ mit dem Artemis und Belcea Quartett, die „Pavillons der Jahrhunderte“ mit musikalischen Inszenierungen zur Romantik und zur Wiener Klassik sowie das Wandertheater „Jahrmarkt der Sensationen“, verheißen außergewöhnlichen Hörgenuss. Ausstellungen und Museen Kaiser Ludwig der Bayer steht in Regensburg im Mittelpunkt der Bayerischen Landesausstellung (16.5.-2.11.2014). Vor 700 Jahren wurde er zum römisch-deutschen König gewählt, 14 Jahre später stieg er zum Kaiser auf. Als erster Wittelsbacher auf dem Kaiserthron, Förderer der Städte und nicht zuletzt als standhafter Kämpfer gegen päpstliche Machtansprüche ist Ludwig IV. eine Identifikationsfigur der bayerischen Geschichte. Fast vierzig Mal hielt sich der Kaiser während seiner Amtszeit in Regensburg auf. Ein Rundgang durch die Landessausstellung führt die Besucher von der Minoritenkirche des Historischen Museums zum Diözesanmuseum St. Ulrich und endet im Domkreuzgang. Künstler, die in Deutschland den Expressionismus prägten, stehen im Mittelpunkt der Museumslandschaft im oberbayerischen Voralpenland. Vier Museen haben sich zusam- „Ägypten - Land der Unsterblichkeit“ der Reiss-Engelhorn-Museen zeigen u. a. diesen polychrom bemalten Sargdeckel, der mit verschiedenen religiösen Szenen dekoriert ist mengeschlossen und laden als Partnermuseen mit einer gemeinsamen Museenkarte zur Entdeckungsreise ein – vom Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See zum Schlossmuseum in Murnau, dem erweiterten Franz-Marc-Museum in Kochel am See und dem Stadtmuseum in Penzberg. Die Einheit der Kirche wieder herzustellen, war das Ziel des Konstanzer Konzils, zu dem sich Würdenträger aus ganz Europa im November 1414 am Bodensee trafen. Die Ausstellung „Das Konstanzer Konzil“ im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe erinnert an dieses Weltereignis des Mittelalters. Auch die Stadt Konstanz begeht das Jubiläum unter dem Motto „Europa zu Gast“ (27.4.-21.9.2014). Fünf Köpfe, die das Konzstanzer Konzil geprägt haben, stehen stellvertretend für die fünf Jubiläumsjahre. Das Eröffnungsjahr 2014 ist König Sigismund gewidmet, dem Initiator des Konzils. Expressionistische Höhepunkte Die Kunsthalle Baden-Baden präsentiert als Landesausstellung die Schau „Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ (22.3.-22.6.2014). Die Ausstellung zeigt mit Werken von Honoré Daumier, Max Beckmann, Georg Grosz, Henri Cartier-Bresson bis hin zu Sophie Calle die historische Entwicklung seit den Anfängen einer neuen Reisekultur und lässt auch die sozialen Kehrseiten dieses Phänomens nicht außer Acht. Im Rahmen eines Parcours können Besucher darüber hinaus dem Mythos Hotel vor Ort in namhaften Häusern wie Brenner’s Park Hotel nachspüren. Der deutsche Expressionismus bildet den Schwerpunkt einer großen Sommerausstellung des Museums Frieder Burda aus Anlass des zehnjährigen Bestehens (5.7.- 26.10.2014). Gezeigt werden die Highlights aus der eigenen Sammlung. Aus Faszination an der Farbe und ihren emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten begann Frieder Burda vor über 30 Jahren mit dem Sammeln von Kunst, mittlerweile umfasst die Sammlung rund 1000 Werke der Klassischen Moderne sowie der zeitgenössischen Kunst. Mit der Sammlung „Ägypten – Land der Unsterblichkeit“ startet in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim die erste Präsentation zum neuen Schwerpunkt der altägyptischen Kunst und Kultur (16.11.-17.5.2015). Die Besucher können alle wichtigen Phasen der Hochkultur am Nil ab den Anfängen im 4. Jh. v. Chr. erleben. „Die Göttliche Komödie“ bildet die Grundlage für das Ausstellungsprojekt des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt, an welchem über 55 Gegenwartskünstler aus mehr als 20 afrikanischen Ländern beteiligt sind 58 Kunst, Kultur und Festspiele

Mehrfach im Blickfeld steht dieses Jahr der Erste Weltkrieg. Das Haus der Geschichte in Stuttgart beleuchtet unter dem Titel „Fastnacht der Hölle“ den Ersten Weltkrieg aus ungewöhnlicher Perspektive: Das Kriegsgeschehen soll mit allen Sinnen erlebbar werden (4.4.2014-1.3.2015). „1914 – Mitten in Europa“ ist der Titel einer großen Publikumsausstellung des Ruhr-Museum Essen, die in den spektakulären Räumen der ehemaligen Kokerei Zollverein zu sehen sein wird (30.4.-26.10.2014). Darin stehen weniger das Kriegsgeschehen im Mittelpunkt, sondern vor allem die gesellschaftlichen Umwälzungen und Modernisierungsschübe jener Zeit gerade in der hochindustrialisierten Region an Rhein und Ruhr. Das Städel-Museum in Frankfurt widmet sich mit einer großen Sonderausstellung dem Schaffen Emil Noldes (5.3.-15.6.2014). Die Ausstellung gibt mit Malerei, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken einen Überblick über die Vielfalt von Noldes Arbeiten, wobei auch das Früh- und Spätwerk des Künstlers gezeigt wird. Darüber hinaus finden sich unter den etwa 140 ausgestellten Arbeiten etliche bisher unbekannte Gemälde und Grafiken, die neue Perspektiven auf Noldes Schaffen eröffnen. Ein weiterer Höhepunkt der Main-Metropole ist die Ausstellung „Himmel, Hölle, Fegefeuer“ im Museum für Moderne Kunst. 60 Gegenwartskünstler aus 22 afrikanischen Ländern präsentieren dabei auf 4.500 Quadratmetern ihre Werke zu jeweils einem der drei Themenbereiche aus Dantes Epos „Die Göttliche Komödie“: Das Paradies liegt im Erdgeschoss, das Fegefeu- Porzellanmanufaktur Meissen Zu den Schwerpunkten der Kunstsammlungen Zwickau gehört das Werk des in der Stadt geborenen Expressionisten Max Pechstein er im Mittelgeschoss, die Hölle im obersten Stockwerk. Die künstlerischen Arbeiten reichen von Malerei, Fotografie und Skulpturen bis zu Videoarbeiten und Performances (21.3.-27.7.2014). Große Herrscher, große Kunst Die Ausstellung „Karl der Große. Macht, Kunst, Schätze“ aus Anlass des 1200. Todestages des seinerzeit mächtigsten Mannes Europas ist das Highlight in Aachen, wo sich sein Wirken besonders gut verfolgen lässt (20.6.- 21.9.2014). Im „Karlsjahr“ beleuchten drei Ausstellungen im Rathaus, im Centre Charlemagne und in der Domschatzkammer alle Aspekte seines Wirkens. „Über das Morgen hinaus“ ist das übergreifende Thema der Quadriennale in Düsseldorf (5.4.-10.8.2014), die nur alle vier Jahre stattfindet, und an der alle wichtigen Museen teilnehmen. Dieses Mal spannt sich der vielfältige Bogen von der Ausstellung „Kunst und Alchemie – Das Geheimnis der Verwandlung“ im Museum Kunstpalast über „Visionen und Alpträume – die Stadt der Zukunft im Film“ (Filmmuseum Düsseldorf) bis zu „Zukunftsperspektiven – 2084“ in der Kunsthalle. „Hannovers Herrscher auf Englands Thron“, König Georg I., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, steht im Mittelpunkt der niedersächsischen Landesausstellung in Hannover und Celle. Kunstschätze aus zahlreichen Museen, darunter die Krone Georgs I., die sonst im Tower in London, steht, formen ein vielschichtiges Bild des georgianischen Zeitalters. An einen neuen Namen gewöhnen müssen sich Freunde der Kunstszene in Zwickau. Dort feiert das Städtische Museum seinen 100. Geburtstag mit einer Sonderausstellung unter dem Titel „100 Jahre Museum an der Lessingstraße. Vom König- Albert-Museum zu den Kunstsammlungen“ (7.3.-4.5.2014). Wechselnde Ausstellungen hochkarätiger Künstler bringen Abwechslung in das Haus, in dem neuerdings dem Werk des gebürtigen Zwickauers Max Pechstein mit vier neu gestalteten Ausstellungssälen ein gebührender Platz eingeräumt wird – und das künftig nach ihm benannt wird, nämlich Max-Pechstein-Museum. Starke Frauen Auf eine Reise durch mehr als 300 Jahre Porzellangeschichte entführt das Museum of Meis- sen Art der Porzellanmanufaktur Meissen. Chronologisch geordnet, von 1710 bis in die Gegenwart, verdeutlichen zahlreiche Porzellane die gestalterische Entwicklung der verschiedenen Epochen. Die Ausstellung „All Nations are Welcome“ zeigt charakteristische Meissner Porzellane, die – geprägt durch kulturelle und religiöse Einflüsse von außen – entstanden sind oder als Auftragsarbeiten für Porzellan-Liebhaber in aller Welt gefertigt wurden. Zeitgenössische Kunstwerke externer, internationaler Künstler stehen im Mittelpunkt der ständig erweiterten Ausstellung im Haus Meissen. Sie war eine der einflussreichsten Frauen der Reformation und führte gegen den Willen des Herzogs Georg von Sachsen in Rochlitz die Reformation ein – Elisabeth von Rochlitz. Ihr Wirken steht im Mittelpunkt der außergewöhnlichen Sonderausstellung „Eine STARKE FRAUENgeschichte – 500 Jahre Reformation“ auf Schloss Rochlitz (1.5.- 31.10.2014), wo sie von 1537 bis 1547 lebte. Daneben werden weitere Streiterinnen der Reformation wie die Reformationsfürstin Elisabeth von Calenberg-Göttingen oder Katharina von Bora vorgestellt. Brandenburg richtet erstmals eine Landesausstellung aus, in der es um die Beziehungsgeschichte der Nachbarländer Preußen und Sachsen geht. Anlass der Schau (7.6.-2.11.2014), die im aufwändig restaurierten Schloss Doberlug einen angemessenen Rahmen bekommt, ist die 200-Jahr-Feier des Wiener Kongresses von 1814/15, in dessen Folge Europa nach den Napoleonischen Kriegen neu geordnet wurde. Zeitgenössische Kunst verbinden die wenigsten mit Schleswig-Holstein. Doch in der ehemaligen Eisengießerei-Carlshütte in Büdelsdorf mit ihren gewaltigen Hallenschiffen und der restaurierten Wagenremise kann der Besucher in eine der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa eintauchen. Rund 200 Künstler aus etwa 50 Ländern lassen sich dort in einer einzigartigen Atmosphäre entdecken. Ein gewaltiger Skulpturenpark und ein Café laden zum Verweilen ein. Kunst, Kultur und Festspiele 59

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