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Ferienmagazin Deutschland 2014

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Entschleunigen auf

Entschleunigen auf Pilgerpfaden Deutschlands berühmtester Wallfahrtsort ist Altötting. Seit Jahrhunderten ist die „Schwarze Madonna“ das Ziel von Gläubigen aus aller Welt (siehe S. 6). Die Pilger beten vor dem Gnadenbild in der uralten Heiligen Kapelle und besuchen die Bruder-Konrad-Kirche mit dem Reliquienschrein des heiliggesprochenen Kapuzinerpförtnerbruders. Allein zu Pfingsten strömen jährlich mehrere Zehntausend Wallfahrer auf den Kapellplatz im Herzen des Städtchens. Kamen sie früher in großen Gruppen, machen sich heute immer mehr Menschen allein auf den Weg und suchen Ruhe und Entspannung auf historischen Pilgerrouten, von denen einige in Altötting münden. So führt der Jakobsweg Böhmen-Bayern- Tirol von Krumau an der Moldau über Passau nach Altötting, in Wallfahrts- und Verkehrsbüro Altötting "Das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas": So nennt Papst em. Benedikt XVI. den Wallfahrtsort Altötting Kapellplatz 2a 84503 Altötting Tel. 0049-8671 - 506219 info@altoetting-touistinfo.de www.altoetting.de Gegenrichtung führt er von Kufstein Inn abwärts ins „Herz Bayerns“. Der St. Rupert Pilgerweg verbindet Altötting auf den Spuren des heiligen Missionsbischofs mit dem Rupertiwinkel und dem Salzburger Land. Eine regionale Besonderheit ist der im Jahr 2006 eröffnete Benediktweg. Der Rundweg führt auf einer Länge von 248 Kilometern zu den Stätten der Kindheit und Jugend Joseph Ratzingers, Papst Benedikt XVI. Neu sind der Wolfgang Weg von Regensburg über Altötting nach St. Wolfgang im Salzkammergut und die Via Maria, die die beiden Marienwallfahrtsorte Mariazell in Österreich und Altötting verbindet. Für diese Wege ist beim Wallfahrts- und Verkehrsbüro Altötting ein Begleitheft samt Übersichtskarte erhältlich. Seine Schatten voraus wirft das Luther-Jahr 2017. Das 500. Jubiläum der Reformation wird bundesweit mit Veranstaltungen an den Wirkungsstätten des Reformators gefeiert. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Sachsen-Anhalt, wo Luther 1517 seine 95 Thesen an der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen hat. Schon lange vor dem historischen Termin können Wanderer und Lutherfans auf einer neuen Pilgerroute seinen Spuren folgen. Der eigens angelegte Lutherweg führt 410 Kilometer von Wittenberg über Eisleben nach Mansfeld, wo Luther aufwuchs. Demnächst soll der Weg auch nach Hessen und Bayern verlängert werden. Höhepunkte sind, neben Wittenberg, Eisleben, wo Martin Luther 1483 geboren wurde, und Eisenach mit der Wartburg, wo Luther das Neue Testament vom Lateinischen ins Deutsche übersetzte. Als einer der schönsten deutschen Pilgerwege gilt die Bonifatius-Route. Der im Sommer 2004 eröffnete Weg folgt den Spuren des Trauerzugs, der im Jahr 754 den Leichnam des Missionars und Kirchenreformers Bonifatius von Mainz zu seiner letzten Ruhestätte nach Fulda überführte. Die gut 170 Kilometer lange Tour von Dom zu Dom führt durch eine liebliche Landschaft mit sanft geschwungenen Weinbergen, lichten Wäldern und weiten Ebenen. Klöster, Feldkapellen und uralte Dorfkirchen begleiten den Pilger als steinerne Zeugen christlicher Kultur. Auf der Suche nach innerer Ruhe können Pilger auch auf den mittelalterlichen Spuren der Heiligen Elisabeth wandeln. Insgesamt drei Elisabethpfade führen von Köln, Eisenach und Frankfurt am Main zum gemeinsamen Ziel nach Marburg. Der Oberschwäbische Pilgerweg spannt in sieben Schleifen ein 1.000 Kilometer langes Wegenetz durch das „Himmelreich des Barock“. So wird Oberschwaben wegen seiner Fülle an üppigen Barockkirchen und anderen Zeugnissen dieser prachtvollen Epoche gerne genannt. Ein Dutzend Klöster, darunter so bekannte wie Beuron und Weingarten, und 88 Wallfahrtsorte entdeckt, wer den gesamten Weg beschreitet. Drei bedeutende Klosteranlagen des Mittelalters verbindet die Klosterroute durch Eisleben ist eine wahre Lutherstadt, denn hier wurde Martin Luther geboren und fühlte sich daher sein ganzes Leben eng mit dieser Stadt verbunden Im Herzen der oberschwäbischen Kulturlandschaft, die Alpen und den Bodensee in Sichtweite, liegt Weingarten mit Deutschlands größter Barockbasilika und der Heilig-Blut-Reliquie die Täler des Nordschwarzwalds. Neben dem Benediktinerkloster Alpirsbach mit seiner romanischen und gotischen Architektur sind die Klöster Hirsau und Maulbronn – dessen Ziserzienserkloster auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht (siehe S. 50ff.) – Ziele der besinnlichen Tour. Dem Wunsch der Menschen nach gelegentlicher Auszeit mit Ruhe und Besinnlichkeit entsprechen inzwischen viele Ferienregionen mit speziellen Wegen, die beim Entschleunigen helfen. So kann man beispielsweise bei Scheidegg im Allgäu auf dem Kapellenweg dreizehn Land- und Dorfkapellen besuchen – ganz nach Gusto auf einer großen oder einer kleinen Runde. In Oy-Mittelberg, ebenfalls im Allgäu gelegen, wurde vergangenen Sommer ein neuer Glaubensund Kirchenrundweg eröffnet, der auf 42 Kilometer Kirchen und Kapellen in der Region verbindet und zu Fuß oder mit dem Fahrrad absolviert werden kann. Und im Waldecker Upland in Hessen haben Pilger die Möglichkeit, auf dem rund 17 Kilometer langen Besinnungsweg Lebensspuren zu sich selbst zu finden und neue Kraft zu schöpfen. 68 Reisen auf den Spuren von...

Glühweinduft liegt in der Luft Alle Jahre wieder sind sie für die Menschen die schönste Einstimmung aufs Weihnachtsfest: die heimeligen Budenstädte, die historische Plätze in funkelndem Lichterglanz erstrahlen lassen und den Duft von Zimtwaffeln, Lebkuchen und gebrannten Mandeln verströmen Viele Märkte sind lohnende Ziele für eine Kurzreise. Denn jeder hat seine eigene, ganz besondere Atmosphäre. Und häufig sind es vor allem die kleinen, beschaulichen Märkte, über denen ein ganz besonderer Zauber liegt. Der Weihnachtsmarkt auf der Fraueninsel im Chiemsee ist so ein Tipp für Romantiker. Der Spaziergang von Bude zu Bude, von Lädchen zu Lädchen führt einmal rund um die Insel, von einem Schmankerlstand zur nächsten Glühweinstation. Konzerte und Lesungen im Kloster runden das stimmungsvolle Angebot ab. In ein außergewöhnliches Weihnachtsdorf verwandelt sich in der Vorweihnachtszeit das Freilichtmuseum Glentleiten am Kochelsee. Nur ein Katzensprung ist es von dort nach Murnau, wo der Christkindlmarkt am Kulturzentrum und das Hüttendorf in der Fußgängerzone festliche Stimmung verbreiten und Kunsthandwerker Stickereien und handgearbeitete Schmuckstücke anbieten. Mit Salsiccia-Semmeln, Austern und Champagner verwöhnen die Gastronomen auf dem Weihnachtsmarkt in Rottach-Egern am Tegernsee. In den heimeligen Hütten finden sich handgeschnitzte Christbaumkugeln und Filzarbeiten. Mit dem Schiff geht es hinüber auf die andere Seeseite, wo vor der Schlosskirche in Tegernsee der weihnachtliche Schlossmarkt mit heimischen Produkten überrascht. Eine breite Auswahl von Weihnachtsmärkten bietet München. Im Mittelpunkt steht der große Christkindlmarkt vor dem Rathaus, dessen rund 140 Stände sich weit in die Fußgängerzone hinein erstrecken. Auf der Theresienwiese lockt das Tollwood Winterfestival mit originellen Geschenken und einem bunten Kulturprogramm. Weitere Christkindlmärkte in der bayerischen Landeshauptstadt finden sich am Chinesischen Turm im Englischen Garten sowie im romantischen Kaiserhof der Residenz. In Augsburg verwandelt sich das Renaissance-Rathaus während des Christkindlesmarktes in einen überdimensionalen Adventskalender. Am geöffneten Fenster spielt ein Engel mit silbernen Locken festliche Töne auf seiner Querflöte. Zu seinen Füßen drängt sich Bude an Bude, aus denen Zinnfiguren, Miniaturpuppen und filigran gearbeitete Krippenfiguren herauslugen. Im „Himmlischen Backzelt“ auf dem Elias-Holl-Platz duftet es nach Honig, Zimt und Nelken. Rothenburg ob der Tauber verwandelt sich in der Adventszeit in ein wahres Wintermärchen. Seit dem späten Mittelalter verzückt der Reiterlesmarkt die Besucher. Die Straßenlaternen und Lichter auf dem Markt verströmen warmes, goldenes Licht, an den Buden wird „weißer“ Glühwein ausgeschenkt und Altdeutsches Weihnachtsgebäck geknabbert. Höhepunkt des Rahmenprogramms ist der Auftritt des „Rothenburger Reiterle“. Das galt in früherer Zeit als Abgesandter einer anderen Welt und soll zur Winterzeit mit den Verstorbenen durch die Lüfte geschwebt sein. Heute ist der wilde Geselle ein gern gesehener Gast, der den Weihnachtsmarkt sogar eröffnen darf. Der Christkindlesmarkt in Nürnberg ist Deutschlands berühmtester Weihnachtsmarkt. Rund 180 Buden, dekoriert mit rotweißem Stoff, bilden das „Städtlein aus Holz und Tuch“. Durch die Gassen weht der Duft von Rostbratwürsten, neben Früchtebrot und gebrannten Mandeln stehen Zwetschgenmännle aus getrockneten Pflaumen. Weit über 100 Veranstaltungen umrahmen den Markt, der jedes Jahr von drei Millionen Menschen besucht wird. Wer die Budenstadt mit Muße genießen möchte, der sollte am Wochenanfang kommen. Klassisch oder fürstlich kann man den Weihnachtsmarkt in Regensburg erleben. Rothenburg Der traditionelle Markt lockt in die Altstadt, besonders romantisch präsentiert sich der kleine Christkindlmarkt im Innenhof des Schlosses Thurn und Taxis. In Holzhäuschen zeigen Kerzenzieher und Laternenbauer, Zinngießer und Wollefilzer ihre Fertigkeiten. Nach Einbruch der Dunkelheit begleiten Sänger und Musiker wie die Regensburger Domspatzen und der Kammerchor das abendliche Treiben vor der imposanten Schlossfassade. Rund um die kleine Gnadenkapelle reihen sich auf dem Kapellplatz von Altötting die Buden des Weihnachtsmarktes. Die heimelige Atmosphäre wird verstärkt durch die prachtvollen Barockgebäude, die den weitläufigen Platz säumen. Krippenbauer und Wachszieher, Glasbläser und Holzschnitzer präsentieren ihre Kunstwerke. Höhepunkte sind das traditionelle Adventssingen mit weihnachtlichen Liedern im alpenländischen Stil sowie das Große Weihnachtskonzert, die Unesco Weihnachtsgala am 14. Dezember. Rothenburger Reiterlesmarkt Der original fränkische Weihnachtsmarkt vor romantischer Kulisse Der Reiterlesmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. In der stimmungsvoll beleuchteten Altstadt und bei weihnachtlichen Weisen vom Rothenburger Posaunenchor wird die Vorfreude auf das schönste Fest des Jahres jedem Herzen fühlbar. 60 abwechslungsreiche Marktstände sowie Rothenburger Spezialitäten wie Weißer Glühwein und Schneeballen heißen Ihre Gäste willkommen. 28. November bis 23. Dezember 2014 täglich 11 bis 19 Uhr, Freitag/Samstag bis 20 Uhr Rothenburg ob der Tauber: Romantik erleben. Rothenburg Tourismus Service | Marktplatz 2 | D-91541 Rothenburg ob der Tauber Tel: +49 (0)9861 404-800 | Fax: 404-529 | info@rothenburg.de | www.tourismus.rothenburg.de Weihnachtsmärkte 69

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