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Ferienmagazin Deutschland 2017

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Am Augustusplatz, im

Am Augustusplatz, im östlichen Stadtzentrum Leipzigs, versammeln sich Bauwerke aus verschiedenen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts, darunter auch das berühmte Gewandhaus und das Opernhaus aus Meissener Porzellan lässt seit 1929 ganz besondere Töne am Turm der 800 Jahre alten Frauenkirche am Marktplatz erklingen. Feine Tropfen aus dem Elbtal Genuss ganz anderer Art erwartet den Besucher im Sächsischen Elbland. An den Hängen des Elbtals reifen im kleinsten Weinbaugebiet Deutschlands und dem nordöstlichsten Europas 37 überwiegend weiße Rebsorten zu einem allseits geschätzten, edlen Tropfen. Über 20 Weinbaubetriebe laden auf den 55 Kilometern der Sächsischen Weinstraße (siehe S. 58), die heuer mit einer Vielzahl von Veranstaltungen ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, zu einem Besuch ein. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, kann der sächsischen Weintradition auch auf dem 88 Kilometer langen Sächsischen Weinwanderweg begegnen. Alljährlich Ende August laden die Weingüter zwischen Dresden-Pillnitz und Diesbar Seußlitz zu Führungen durch ihre Weinberge und Weinkeller ein. Jung, lebendig, kreativ – Leipzig Die Messe- und Kulturstadt Leipzig präsentiert sich trotz ihrer 1.000 Jahre unglaublich jung, lebhaft und kreativ. Zahlreiche historische Passagen und Kaufmannshöfe prägen das Flair Leipzigs als Einkaufsstadt. Vor allem ist die Stadt, in der große Komponisten und Musiker wie Bach und Wagner, Mendelssohn- Bartholdy und Schumann lebten und wirkten, ein Mekka für Musikliebhaber. Sie strömen zahlreich zu Festivals wie dem Bachfest Leipzig (9.-18.6.2017, siehe S. 64ff.) oder der Schumann-Festwoche (9.-17.9.2017). Zum Reformationsjubiläum stehen zudem viele Ausstellungen, Musikfestivals und der „Kirchentag auf dem Weg“ im Zeichen Martin Luthers (siehe S. 51ff.). Nicht nur für Familien ist der Besuch der Tropenlandschaft Gondwanaland im Leipziger Zoo ein ganz besonderes Erlebnis. Wo sonst kann man mitten in einer Großstadt einen veritablen Dschungel mit Tieren durchqueren (siehe S. 60ff.). 36 Sachsen In der Region Leipzig, die Gegend rund um die 1.000-jährige Stadt, können Pilger den Spuren der Reformation auf dem Lutherweg Sachsen folgen. Dabei ist die prächtige Renaissancestadt Torgau mit dem imposanten Schloss Hartenfels im Jahr des Reformationsjubiläums ein wichtiges Ziel für Reisende auf Luthers Spuren (siehe S. 51ff.). In der Kirche St. Marien ist Luthers Ehefrau Katharina von Bora begraben. Wassersport wird im Leipziger Neuseenland mit seinen mehr als 20 Gewässern großgeschrieben. Besucher begeistert der Kanupark Markkleeberg mit modernsten Wildwasseranlagen und die Mega-Achterbahn im Freizeitpark Belantis. Im südlich von Leipzig gelegenen Sächsischen Burgenland können Radwanderer auf dem 400 Kilometer langen Mulderadweg kulturhistorische Sehenswürdigkeiten entdecken und die artenreiche Flora und Fauna der Region erkunden. Bergbautradition und Handwerkskunst 800 Jahre Bergbautradition und in aller Welt geschätzte Handwerkskunst sind im Erzgebirge zu Hause. In Schaubergwerken entlang der Silberstraße im Westerzgebirge bekommen die Besucher einen Eindruck von der alten Bergwerkstradition. Auf die sind die Menschen hier ebenso stolz wie auf ihr Kunsthandwerk: In rund 300 Familienbetrieben und Manufakturen kann man den Meistern über die Schultern schauen. Ein Zentrum dafür ist das Spielzeugdorf Seiffen mit einem eigenen Museum für erzgebirgische Volkskunst. Chemnitz, die drittgrößte Stadt Sachsens, lockt mit einem lebendigen Zentrum mit modernen Geschäften, Restaurants und Cafés. Museumsliebhaber zieht es ins Museum Gunzenhauser, die Villa Esche und das Museum für Sächsische Fahrzeuge. Autofans kommen in Zwickau voll auf ihre Kosten. Im August Horch Museum lässt sich die Geschichte des sächsischen Automobilbaus nachvollziehen (siehe S. 62ff.). Besonders eng verbunden ist die Stadt mit dem Namen Robert Schumann, dessen Geburtshaus in der restaurierten Altstadt steht. Das jährliche Schumannfest (1.-11.6.2017) ist das älteste Festival zu Ehren des romantischen Komponisten. Klingendes Vogtland Im Vogtland lebt die jahrhundertealte Tradition des Musikinstrumentenbaus fort. Im Musikwinkel, auch Musicon Valley genannt, stellen über 100 kleine Betriebe in rund 20 Orten noch immer Musikinstrumente aller Gattungen her. Im Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen mit seinen rund 3.000 Objekten lässt sich das filigrane Handwerk bestaunen. Bei Instrumentenherstellern kann der Besucher Geigenbauern bei der Arbeit zuschauen oder live erleben, wie eine Blockflöte oder eine Schalmei hergestellt werden. Lange Tradition haben auch die Staatsbäder Bad Brambach und Bad Elster im südwestlichsten Zipfel Sachsens, dem so genannten Bäderdreieck. Das Königsbad Bad Elster, dessen Angebot kürzlich um das luxuriöse Viersterne-Superior- Hotel „König Albert“ bereichert wurde, ist auch kulturell ein Anziehungspunkt. Die Chursächsiche Philharmonie sorgt außerdem für Hörgenuss mit Instrumenten der Region. Auf dem Vogtland Panoramaweg oder auf dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland lässt sich die hügelige Landschaft wandernd entdecken. Der attraktive Weg zieht sich über 289 Kilometer von Altenberg-Geising im Osterzgebirge durch das Vogtland bis nach Blankenstein in Thüringen. In der "Erlebniswelt Musikinstrumentenbau" des Vogtlands lässt sich die traditionsreiche Herstellung von Instrumenten in über 100 Werkstätten bestaunen Stein gewordene Träume Die bewegte Geschichte Sachsens wird auch sichtbar in rund 1.000 strahlenden Renaissance-Schlössern, mittelalterlichen Burgen und Klöstern in romantischen Parklandschaften. Rund 50 haben sich zur Kooperation „Schlösserland Sachsen“ zusammengeschlossen, darunter berühmte Anlagen wie der Dresdener Zwinger oder der berauschende Schlosspark Pillnitz, aber auch unbekanntere, gleichwohl ebenso faszinierende Orte wie etwa das beeindruckende Schloss Rochlitz, der geheimnisvolle Klosterpark Altzella oder das beschwingte Barockschloss Rammenau.

Erfurt Wie kaum eine andere Burg in Deutschland ist die Wartburg hoch über der thüringischen Stadt Eisenach mit der deutschen Geschichte verbunden Grünes Herz und große Geister Thüringen – in der grünen Mitte Deutschlands – , die Heimat großer Dichter und Denker, rückt dieses Jahr weltberühmte Komponisten, die hier lebten und wirkten, in den Blickpunkt – und natürlich das 500-jährige Reformationsjubiläum Weithin sichtbar thront sie hoch über der Stadt Eisenach – die Wartburg. Unesco-Weltkulturerbe seit 1999, Deutschlands berühmteste Burg, mit jährlich rund 350.000 Gästen die meistbesuchte Lutherstätte weltweit und auch im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ ein Magnet für Reisende auf Luthers Spuren. Hier auf der Wartburg übersetzte Martin Luther das Neue Testament aus dem griechischen Original ins Deutsche. Der Blick in die Stube in der Burgvogtei, in der Luther im Exil, getarnt als „Junker Jörg“, von Mai 1521 bis zum März des folgenden Jahres wohnte und arbeitete, darf bei keinem Rundgang fehlen. An diesem historischen Schauplatz beleuchtet die Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ (4.5.-5.11.2017, siehe S. 51ff.) prägende reformatorische Leitmotive und zeigt dabei anhand von rund 300 Schauobjekten, wie jede Epoche deutscher Geschichte ihr ganz eigenes Lutherbild prägt. Vom Turm der Burg, auf der auch die heilige Elisabeth lebte und wirkte und Wagner seine romantische Oper „Thannhäuser“ schrieb, schweift der Blick über die Dächer von Eisenach. Dort befindet sich in der Nähe des Marktplatzes das sanierte „Lutherhaus“. Das Fachwerkhaus, in dem Luther während seiner Schulzeit von 1498 bis 1501 bei der Familie Thüringer Tourismus GmbH Tel. +49-361-37420 www.thueringen-tourismus.de Cotta wohnte, beherbergt heute die Dauerausstellung „Luther und die Bibel“. In der Georgikirche, in der er schon als Schuljunge gesungen hatte, predigte. Luther am 10. April 1521 auf seinem Weg zum Reichstag nach Worms sowie drei Wochen später bei seiner Rückkehr. Mit der Luther-App auf dem Lutherweg Auch in anderen Städten Thüringens hat Luther seine Spuren hinterlassen. Besonders Die Krämerbrücke, eines der Wahrzeichen von Erfurt, ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas zahlreich findet man sie in der Landeshauptstadt Erfurt, wo das Hauptgebäude der Alten Universität, das „Collegium Maius“ wieder aufgebaut wurde und heute von Neuem den Geist Martin Luthers atmet. Im Augustinerkloster gehören die Lutherzelle und die Bibliothek zu den meistbesuchten Orten. Auf der stadtinternen „Luther-Meile“ spaziert der Besucher zu den Orten seines Wirkens, zu denen neben den genannten noch die Michaeliskirche sowie der Dom, in dem Luther zum Priester geweiht wurde, gehören. Das mächtige Gotteshaus bildet mit der auf dem Burgberg benachbarten St. Severi-Kirche eine einzigartige, malerische Silhouette. Die jährlichen Domstufenfestspiele (10.-27.8.2017, siehe S. 64ff.) auf der grandiosen, 70 Stufen zählenden Freitreppe sind ebenso ein Besuchermagnet wie das Krämerbrückenfest (16.-18.6.2017), Thüringens größtes Altstadtfest. Neben einer Vielzahlauschiger Parks und Gärten gilt der 90 Hektar große egapark mit der Cyriaksburg und dem Deutschen Gartenbaumuseum als bedeutendstes Gartendenkmal der 1960er Jahre. Im Fachwerkstädtchen Schmalkalden, wo Luther im Februar 1537 während der bedeutendsten Tagung des Schmalkaldischen Bundes weilte, können Luther-Pilger die Georgenkirche besuchen, in der Luther einst predigte. Im Schloss Wilhelmsburg ist zudem eine große Sonderausstellung zum Thema Reformation zu sehen. Auch im Residenzschloss der ostthüringischen Stadt Altenburg widmet sich eine Doppelausstellung dem Leben und Wirken des Reformators und seines Altenburger Weggefährten Georg Spalatin. Zahlreiche weitere Wirkungsstätten und bedeutende Orte der Reformation in ganz Thüringen verbindet der 1.010 Kilometer lange Lutherweg, der in fünf Routen durch die Landschaft führt. Neuerdings gibt es eine eigene App für den Weg – „Luther to go“ navigiert die Nutzer zu mehr als 400 touristischen Attraktionen, 180 Kirchen und 20 bedeutenden Lutherstätten und informiert zudem über aktuelle Veranstaltungen, Unterkünfte und Restaurants. Auf Musikerspuren durchs Dichterland Aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums bieten die diesjährigen Thüringer Bachwochen (7.4.-1.5.2017) dem Reformator zum Finale ein eigenes Musikfest (siehe S. 64ff.). Luther und Bach waren im Abstand von 200 Jahren Kurrendesänger in Eisenachs Georgenkirche, Bach vollendete Luthers musikalische Ideen in seinem sakralen Werk. Bei den Bachwochen sind dem großen Komponisten mehr als 70 Veranstaltungen gewid- Thüringen 37

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