Aufrufe
vor 3 Jahren

Ferienmagazin Deutschland 2017

  • Text
  • Stadt
  • Ausstellung
  • Luther
  • Deutschland
  • Welt
  • Tourismus
  • Geschichte
  • Schloss
  • Deutschlands
  • Reformation

met. Auch Johann

met. Auch Johann Sebastian Bach hat seine Spuren übers ganze Land verteilt. Mit dem Bachhaus und der Taufkirche in Eisenach, der Traukirche in Dornheim, seinen frühen Wirkungsstätten als Organist in Mühlhausen, Arnstadt und Weimar sowie den Häusern seiner Vorfahren in Erfurt und Wechmar verfügt Thüringen über so viele authentische Bachorte wie keine andere Region in Deutschland. Die Unesco-Welterbestadt Weimar, die Heimat der deutschen Dichtkunst, brilliert auch mit dem Erbe des begnadeten Komponisten Franz Liszt auf musikalischem Terrain. Für Klassikfans ein Muss ist der Besuch des Liszt-Hauses, wo der Klaviervirtuose von 1869 bis 1886 lebte und seine internationale Schülerschar zum Klavierunterricht empfing. Noch heute liegt hier Musik in der Luft, besonders von April schon munter und zuversichtlich bis Juli, wenn Studenten der Hochschule für Musik bei ihren Konzerten den originalen Bechstein-Flügel erklingen lassen. Unverzichtbar bei einem Weimar-Besuch sind natürlich die Wohnhäuser von Goethe und Schiller, das Deutsche Nationaltheater, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, das Schloss Belvedere sowie das Bauhaus-Museum und die Gebäude des Bauhauses, die ebenfalls zur Ernennung Weimars zur Weltkulturerbestätte beigetragen haben. Wer weiter auf den Spuren weltberühmter Komponisten durch Thüringen wandelt, entdeckt in der Reuter-Villa in Eisenach die umfangreichste Wagner-Sammlung nach Bayreuth. Zu sehen sind Bilder, Büsten, Briefe, Schriften und eine umfangreiche Bibliothek von etwa 5.000 Bänden. In Bad Köstritz dokumentiert das Heinrich-Schütz-Haus in einer Dauerausstellung das Leben und Werk des hier geborenen Komponisten. Schütz gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarock, er komponierte vor allem geistliche Chormusik. Auch den in München geborenen Richard Strauss zog es in jungen Jahren nach Thüringen, wo er zunächst Kapellmeister am Meininger Hof war. 1889 kam er ans Hoftheater nach Weimar, wo er sich vor allem für die Aufführung der Werke Wagners einsetzte und Tannhäuser, Lohengrin sowie Tristan und Isolde aufführte. Neben Max Reger, der von 1911-1914 viele seiner in Meiningen entstandene Kompositionen dort aufführte, kam auch schon Johannes Brahms häufig nach Meiningen, wo er sogar die Uraufführung seiner 4. Sinfonie selbst dirigierte. Im Liszt-Haus von Weimar, dem ehemaligen Sommerwohnsitz des großen Komponisten, gewährt der Musiksalon mit dem originalen Bechstein-Flügel Einblicke in seine Wohn- und Arbeitsräume 38 Thüringen Wandern zwischen Baumwipfeln Auch Naturliebhaber kommen in Thüringen vielerorts auf ihre Kosten. Ein Dorado für aktive Naturliebhaber ist der Rennsteig. Der berühmte Kammweg führt 170 abwechslungsreiche Kilometer weit von der Werra bis an die Saale, von Hörschel bis nach Blankenstein, und steht mit gutem Grund in den Top Ten der bekanntesten Wanderwege Deutschlands. Ebenfalls ein ideales Revier für Aktivurlauber ist der Naturpark Thüringer Schiefergebirge mit dem „Thüringer Meer“, so werden die Stauseen Bleiloch und Hohenwarte auch genannt, mittendrin. Wandernd oder auf ausgedehnten Bootstouren lässt sich der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal im Nordwesten erkunden und genießen. Markante Felsformationen, Höhlen, Karstwälder und Quellen prägen den Naturpark Südharz. Sehenswürdigkeiten sind das Kyffhäuser- Denkmal und die Barbarossa-Höhle im Naturpark Kyffhäuser. Einzigartig ist der: In diesem Urwald mitten in Deutschland, der Teil des Weltnaturerbes „Buchenwälder der Karpaten und Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich ist einer der höchsten und längsten Deutschlands und führt in sonst unzulängliche Bereiche des Nationalparks Alte Buchenwälder Deutschlands“ ist, tummeln sich 30 Exemplare der extrem selten gewordenen Wildkatze in freier Wildbahn. Wer sie beim Wandern durch die herrliche Natur nicht zu Gesicht bekommt: Im Wildkatzendorf in Hütschenrode kommt man ihnen ganz nah. Den Nationalpark entdeckt man am besten auf einem der zahlreichen Wanderwege. Bei einer Tour mit dem Ranger erfährt der Gast zudem viel Wissenswertes über die besonderen Bäume und seltenen Tierarten im Park. Die besten Ausblicke über das dichte Blätterdach genießt der Besucher auf dem Baumkronenpfad, der sich auf einer Länge von 500 Metern durch die Baumwipfel schlängelt. Blütezeit in der Glockenstadt Besonders lohnend ist für Naturliebhaber und Gartenfreunde dieses Jahr die Reise nach Apolda. In der Glockenstadt findet unter dem Titel „Blütezeit Apolda“ die vierte Thüringer Landesgartenausstellung (29.4.-24.9.2017) statt. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Bereich der Herressener Promenade stehen gärtnerische und landschaftliche Arrangements in 14 verschiedenen Schaugärten. Thematisch ausgerichtete Beete sollen „Stadtgeschichte mit der Sprache der Blumen“ erzählen. Dazu gibt es Spielplätze, Trimm-Dich-Parcours, Ruderboote auf dem Lohteich, Klanginstallationen und mehrer 100 Veranstaltungen. Mit der umfangreichen Sanierung der Herressener Promenade wurde für die „Blütezeit Apolda“ ein barrierefreies Areal für Besucher geschaffen. Somit können auch Rollstuhlfahrer, Personen mit Gehhilfen ebenso wie Familien mit Kinderwägen alle Angebote nutzen. Damit fügt sich Apolda in die lange Liste von Städten, Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in Thüringen ein, die sich seit über zehn Jahren für barrierefreie Reiseerlebnisse engagieren. Etwa 190 Reisetipps wie Museen, Gedenkstätten und Erlebnisbäder, aber auch Stadtführungen oder besondere Wanderwege finden sich in einem speziellen Katalog „Thüringen barrierefrei“, der bei Thüringen Tourismus erhältlich ist. Ein Tipp für Burgenfans ist das im September 2016 eröffnete „Deutsche Burgenmuseum“ auf der Veste Heldburg bei Bad Colberg im Süden Thüringens. Bauteile und Werkzeuge, aber auch Waffen und Rüstungen, Möbel, Geschirr oder gar Spielzeug beleuchten hier verschiedene Aspekte rund um die Burg. VIDEO

Weimar, Worte, Weltkultur. Willkommen im Herzen Deutschlands. Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Weimar xxx 39

© IFOVA Verlagsgesellschaft mbH 2019