Aufrufe
vor 2 Jahren

Ferienmagazin Deutschland 2018

  • Text
  • Deutschlandurlaub
  • Urlaub
  • Schloesser
  • Ferien
  • Deutschlandreise
  • Freizeit
  • Stadt
  • Deutschlands
  • Tourismus
  • Region
  • Ausstellung
  • Deutschland

Im Friedenssaal von

Im Friedenssaal von Münster erinnern 37 Portraits der wichtigsten Gesandten an die diplomatischen Verhandlungen, die 1648 mit dem Westfälischen Frieden den Dreißigjährigen Krieg beendeten sondere Blicke hinter die Kulissen der Modestadt. Die Besucher bekommen Zugang zu Ateliers und Arbeitsstätten der Düsseldorfer Mode- und Designerszene. Erstklassigen Kunstgenuss verheißen Museen wie die Kunsthalle und das Museum Kunstpalast. Dort steht unter dem Titel „Black & White: Von Dürer bis Eliasson“ (22.3.-15.7.2018) Schwarzweißmalerei im Mittelpunkt. Radierungen zeigt die Ausstellung „Das Rembrandt-Experiment (9.3.-24.6.2018, siehe S. 64 ff.). Der Kölner Dom mit seinen zwei markanten, je 157 Meter hohen Türmen, ist die wichtigste Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt und eine von vier Unesco- Welterbestätten in der Region zwischen Rhein- und Ruhr. Neben der Zeche Zollverein gehören dazu das Schloss Augustusburg in Brühl sowie der Aachener Dom. Letztgenannter wurde vor 40 Jahren als erstes deutsches Bauwerk in die Unesco-Liste aufgenommen. Das Jubiläum wird mit einer Festwoche (23.- 40.9.) gefeiert, während der auch sonst nicht zugängliche Bereiche für Besucher geöffnet werden – etwa die Empore mit dem Karlsthron, auf dem mehr als 30 deutsche Herrscher gekrönt wurden. In der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn lockt eine Kunstmeile mit eindrucksvollen Ausstellungen in fünf Häusern – darunter das Kunstmuseum Bonn, das Haus der Geschichte und das Museum Alexander König. Ein großes Kunstwerk, das zugleich auch Spielgerät ist, ziert die Bundeskunsthalle. Ab Ende Mai führt eine 35 Meter lange Rutsche vom 13,60 Meter hohen Dach des Museums auf den Vorplatz. Entwickelt wurde die Skulptur von dem belgischen Künstler Carsten Höller. Sie ist Teil der Ausstellung „The Playground Procekt – Outdoor“ (31.5.-28.10.2018). Wieder eröffnet wurde kürzlich das August-Macke-Haus. Im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Künstlers sowie einem weitläufigen Anbau gibt es eine multimediale Dauerausstellung und Sonderausstellungen. Das Thema „Frieden. Von der Antike bis heute“ steht im Mittelpunkt eines großen Ausstellungsprojekts in Münster (28.4.- 2.9.2018). In Erinnerung an die Schließung des Westfälischen Friedens vor 370 Jahren (siehe auch S. 54) sowie das Ende des ersten Weltkriegs vor 100 Jahren beleuchten fünf Häuser das Ringen um Frieden sowie seine vielfältigen Ausprägungen: das LWL-Museum für Kunst und Kultur, das Kunstmuseum Pablo Picasso, das Archäologische Museum der Universität Münster, das Bistum Münster sowie das Stadtmuseum Münster. Bodenständig raffiniert Wie es der Name des Bundeslands vermuten lässt, kommt die „typische nordrheinwestfälische Küche“ zweigeteilt daher. Da ist zum einen der „westfälische“ Teil, der es bodenständig liebt. Regionale Spezialitäten sind hier der Pfefferpotthast, ein würziger Eintopf aus Rindfleisch und Zwiebeln“, sowie Panhas, eine Fleischpastete mit Buchweizenmehl. Vor allem im Münsterland findet man „Töttchen“: gekochtes Kalbfleisch mit einer Zwiebel-Senf-Soße. Typisch für Westfalen sind zudem dicke Bohnen mit Speck – und das Eintopfgericht Blindhuhn, in dem auch das sprichwörtliche „blinde Huhn“ noch etwas Gutes findet. Ebenfalls bodenständig, aber etwas raffinierter präsentiert sich die rheinische Küche, in der zum Beispiel der Rheinische Sauerbraten mit Apfelmus und Kartoffeln als eine Spezialität gilt. Aus Stampfkartoffeln und Apfelmus besteht „Himmel und Erde“, ein Gericht, das erst mit gebratener Blutwurst oder Bratwurst und Speck richtig vollständig ist. Ebenfalls typisch rheinisch sind Gerichte wie Bergische Waffeln, Halver Hahn (ein Roggenbrötchen mit Käse und Würzzutaten), Krüstchen (überbackenes Schnitzel auf Roggen- oder Toastbrot), Muscheln rheinische Art (Miesmuscheln in Gemüse und Weißweinsud) und Pillekuchen, eine Art Kartoffelpfannkuchen. KOMM ZUR RUHR! Metropole Ruhr – Industriekultur zum Anfassen www.ruhr-tourismus.de 28 Nordrhein-Westfalen

Magdeburg Zwischen Mittelalter und Moderne Romanische Schätze und der Geist der Reformation, Bauhaus und Gartenreich, Weltkulturerbe zum Anfassen und Durchspazieren: Das alles ist Sachsen-Anhalt, das Kernland deutscher Geschichte Vor allem in den sieben Städten, die der Kooperation „Stadtsprung – Städte zwischen Elbe und Harz“ angehören, steht der Besucher staunend vor den zahlreichen Baudenkmälern früherer Epochen, vor prächtigen Kirchen, mächtigen Klosteranlagen und hübschen Fachwerkensembles. In Halle an der Saale, Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel, lockt die berühmte „Himmelscheibe von Nebra“ – vor wenigen Jahren in die Liste der Unesco-Weltdokumentenerbe Himmelsscheibe von Nebra aufgenommen – in das Landesmuseum für Vorgeschichte. Wernigerode verdankt den Beinamen „die bunte Stadt am Harz“ seinen farbenfrohen Fachwerkhäusern, den Plätzen und romantischen Winkeln der Altstadt. Das Städtchen ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Brocken (1.141 m) und erlebnisreiche Fahrten mit den „Harzer Schmalspurbahnen“ – der Harzquerbahn, der Brockenbahn und der Selketalbahn. Die alte Bischofsstadt Halberstadt beeindruckt mit dem Dom St. Stephanus, einem der schönsten gotischen Kirchenbauten Deutschlands, und dem einmaligen Halberstädter Domschatz. Von 2018 bis 2020 bietet Halberstadt mit zahlreichen Veranstaltungen und Pauschalangeboten im Rahmen der Schatzjahre zusätzliche Reiseanreize: u. a. mit der Festveranstaltung „10 Jahre Neueröffnung des Domschatzes“ und exklusiven Führungen zur imposanten Orgel im Dom sowie IMG – Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH Tel. +49-391-5689980 www.sachsen-anhalt-tourismus.de dem 300. Geburtstag des Dichters und Literaturmäzens Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Ein lohnendes Ziel ist auch Naumburg, in dessen Dom St. Peter und Paul die zwölf Naumburger Stifterfiguren zu bewundern sind. „Star“ des Ensembles ist Uta, die „schönste Frau des Mittelalters“. Sehenswert ist der von Bürgerhäusern aus Renaissance und Barock umsäumte Marktplatz. Die Landeshauptstadt Magdeburg mit ihrem berühmten Dom ist Mittelpunkt der Straße der Romanik (siehe S. 51), die dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Uta von Ballenstedt, Naumburg Meisterwerke aus Architektur und Natur Quedlinburg, die Stadt am Ostrand des Harzes steht seit 1994 auf der Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten. Das verdankt sie den 2.069 Fachwerkhäusern in der Altstadt, dem Schloss und der Stiftskirche Sankt Servatius. Hier begann deutsche Geschichte mit dem ersten deutschen König, Heinrich I. Der steht auch im Mittelpunkt der Johann Joachim Winckelmann multimedialen Traditionell und bodenständig Zu den bekanntesten Spezialitäten der sachsen-anhaltinischen Küche zählt der „Harzer Roller“, ein fettarmer Sauermilchkäse aus Magerquark und Kümmel. Die kulinarische Entdeckungsreise fördert manches ungewöhnliche Gericht zu Tage. Zum Beispiel „Gehacktesstippe“, eine gebundene Hackfleischsauce, serviert mit Kartoffelpüree und Gewürzgurken. Ein mit Birnen und Kartoffeln überbackener Schweinebraten verbirgt sich hinter der „Köthener Schusterpfanne“, und ein „Jägerschnitzel“ Ineinander verschachtelte, unterschiedlich hohe kubische Körper geben den Meisterhäusern von Walter Gropius in Dessau – Roßlau ihre Gestalt Theaterrevue „Mensch Heinrich – die Akte König Heinrichs I.“ (1.6.-3.10.2018), die in Vorbereitung auf das Quedlinburger Jubiläumsjahr 2019 wieder inszeniert wurde. Zu feiern gibt es im kommenden Jahr 1100 Jahre Krönung Heinrich I., 30 Jahre friedliche Revolution, 25 Jahre Welterbestadt. Ein Meisterwerk der Natur und ebenso Welterbestätte ist das Gartenreich Dessau-Wörlitz. Komplettiert werden die Unesco-Stätten vom Bauhaus in den Meisterhäusern in Dessau, der siebten Stadtsprung-Stadt. Dort wirft das Bauhaus-Jubiläum 2019, wenn die Gründung des Bauhauses gefeiert wird, seine Schatten voraus. Einen Vorgeschmack liefert die Ausstellung der Stiftung Bauhaus Dessau „Carl Flieger. Ein Architekt aus dem Bauhaus zwischen individuellem Ausdruck und Standard.“ Zu einem großen Fest für Gartenfreunde lädt diesen Sommer Burg bei Magdeburg vom 21. April bis zum 7. Oktober mit der Landesgartenschau ein. Rund um die Altstadt lassen vier große Ausstellungsflächen – der Goethepark, der Weinberg, die Ihlegärten und der Flickschuhpark – die Blumenfreunde staunen und sammeln Inspirationen für den eigenen Garten. In Stendal eröffnet im Mai das neue „Winckelmann-Museum“ – passend zum 250. Todestag des berühmten Altertumsforschers Johann Joachim Winckelmann. Eines der Highlights ist das größte Trojanische Pferd der Welt, das wieder bestiegen werden darf. Eine Sonderausstellung (Juni bis November 2018) steht unter dem Thema „Winckelmann und die Indianer“. besteht hier aus einer panierten und mit einer Sauce aus Tomaten mit Zwiebeln servierten, ein Zentimeter dicken Scheibe Jagdwurst oder Bierschinken. Für viele Gaumen gewöhnungsbedürftig ist der leicht bitter schmeckende „Milbenkäse“ aus Würchwitz. Eine Spezialität sind auch die „Halberstädter Würstchen“, die ersten Dosenwürstchen der Welt. Nur wenige wissen, dass in Gardelegen in der Altmark 1314 das wohl älteste Bier der Welt, das „Garley“, gebraut wurde. Sachsen-Anhalt 29

© IFOVA Verlagsgesellschaft mbH 2019