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Ferienmagazin Deutschland 2020

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Erholsame Ferienträume und spannende Erlebniswelten – das Beste finden Sie im aktuellen Ferienmagazin Deutschland Ihrem Guide für Deutschlandreisen 2020

Flächen und

Flächen und Wacholderheiden wohl längst nicht mehr. Denn die „wolligen Landschaftsgärtner“ tragen zur ganz besonderen Flora und Fauna dieser Region bei. Wer mag, kann bei Meßstetten einen Wanderschäfer für ein oder zwei Tage begleiten. Abseits der Höhlen und Kletterfelsen kommen Schlösser- und Burgenfans auf ihre Kosten. Eines der beliebtesten Touristenziele in der Gegend ist die imposante Burg Hohenzollern. Den Gegensatz zur Prunkburg bildet das märchenhaft anmutende Schloss Lichtenstein, das angeregt durch den gleichnamigen Roman von Wilhelm Hauff 1840-1842 in neugotischem Stil auf den Felsen gebaut wurde. Rund 60 historische Monumente sind in der Kooperation „Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ vereint. Vielseitig interessant ist Reutlingen, wo mittelalterliche Fachwerkromantik neben moderner Architektur, lauschige Gassen und lebhafte Einkaufsmeilen spannende Gegensätze darstellen. Die Marienkirche gilt als Meisterwerk der Hochgotik und ist seit 1988 Nationales Kulturdenkmal. Einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde fand die Spreuerhofgasse, die mit gerade mal 31 Zentimetern engste Straße der Welt. Ein herrliches Panorama über das Unesco-Biosphärengebiet Schwäbische Alb bis zum Stuttgarter Fernsehturm bietet der Ausblick von der 707 Meter hohen Achalm, dem Hausberg Reutlingens. Westlich von Reutlingen lockt die Universitätsstadt Tübingen vor allem Literaturfans. Den Veranstaltungskalender der Stadt am Neckar beherrscht dieses Jahr der 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843), der die zweite Hälfte seines Lebens im sogenannten „Hölderlinturm“ am Neckar verbrachte. Weitere Ausstellungen und Events stehen in Hölderlins Geburtsstadt Lauffen sowie in Nürtingen, wo er die Lateinschule besuchte und viele Jahre lebte, auf dem Programm. Schloss Lichtenstein Schwäbische Alb Die Schwäbische Alb ist ein Paradies für Hobby-Geologen. Wo heute die bewaldeten Berge zum Wandern einladen, stapften einst Dinosaurier durchs Schilf, schwebten Flugsaurier über Sümpfe und Korallenriffe. In Museen und in der Natur lassen sich hier die Relikte dieser vergangenen Zeiten bestaunen und erforschen. Gefährdete Pflanzen wie das Gemeine Katzenpfötchen und die Mondraute sind hier zuhause. 2009 zeichnete die Unesco diese Kulturlandschaft als Biosphärenreservat aus. Die höhlenreichste Gegend Deutschlands wurde bereits 2015 von Unesco zum Global Geopark ernannt. Neuerdings bereichern sechs Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb die Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten in Baden-Württemberg. Vor etwa 35 bis 40.000 Jahren lebten in den Höhlen Menschen, die dort einzigartige Zeugnisse menschlichen Kulturschaffens hinterließen. Nach jahrzehntelanger Forschung konnten Archäologen rund 50 kleine Skulpturen aus Mammutelfenbein und acht Flöten aus den Höhlen vorlegen. Eines der bekanntesten Objekte ist der „Löwenmensch“ aus dem Felsmassiv Hohlenstein, mit staatlichen 31 Zentimeter Höhe. Von den sechs ausgezeichneten Höhlen ist die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen auf der Südseite des Lonetals am besten zugänglich. Rund um die 50 Meter lange Höhle bietet der Archäopark Vogelherd einen informativen Erlebnisparcours mit spannenden Themenplätzen und Aktionen zur steinzeitlichen Lebenswelt der Jäger und Sammler. Einige Schauhöhlen stehen für Besucher offen, zum Beispiel die Bärenhöhle bei Erpfingen, die Nebelhöhle, die Tiefenhöhe Laichingen sowie die Charlottenhöhle bei Giengen und die Wimsener Höhle, Deutschlands einzige befahrbare Wasserhöhle. Faszinierende Zeitreisen und spannende Kontraste Aalen, das Tor zum Unesco-Geopark Schwäbische Alb, lockt mit einer hübschen Altstadt, in der traditionelle Fachwerkhäuser und innovative Neubauten die Historie mit der Moderne verknüpfen. In verwinkelten Gassen laden urige Restaurants, traditionsreiche Cafés und angesagte Bars zum Genießen und Verweilen ein. Auch außerhalb der alten Stadtmauern bietet Aalen besondere Kulturorte mit Charme und Geschichte. Zum Beispiel das von einem Landschaftspark mit Bäumen und Pflanzen aus aller Welt umgebene Schloss Fachsenfeld. Neben einer bedeutenden Sammlung von Bildern des südwestdeutschen Impressionismus sind hier auch technische Meisterleistungen wie die Erfindung des Stromlinienfahrzeugs zu bestaunen. Besonders imposant ist die im Jugendstil gehaltene Bibliothek mit über 30.000 Büchern. Die Arbeitswelt der Bergleute präsentiert das Besucherbergwerg „Tiefer Stollen“. Ein circa 800 Meter langer Rundgang durch die Stollen- und Sandsteinhallen macht erlebbar, mit welchen Mühen und handwerklichen Fähigkeiten früher Erz und Sand für die Gießereien abgebaut wurde. Naturwissenschaft zum Anfassen gibt es im „explorhino Science Center“ (siehe S. 65 ff.). Hier können Hobbyforscher an mehr als 120 Experimenten verschiedenste Phänomene selbständig erforschen – zum Beispiel, indem sie in überdimensionale Seifenblasen schlüpfen oder Elektrizität an den Fingerspitzen spüren. Tiere aus alten Zeiten Ein Hauch von Wildem Westen liegt über der Urzeitweide, die in einem Steinbruch bei Gernhausen auf der Schwäbischen Alb entstanden ist. Dort leben beispielsweise Taurusrinder, die dem ausgestorbenen Auerochsen ähnlich sind. Auch Konikpferde sind dort zu Hause. Von drei Standpunkten können Besucher die Wildtiere aus der Nähe beobachten. Eine lange Tradition auf der Schwäbischen Alb hat die Wanderschäferei, die Urlaubern bis heute begegnet. Ohne die Schafe und ihre Hüter gäbe es die typische Kulturlandschaft mit ihren weiten freien 18 Baden-Württemberg

Auf dem Gelände des ehemals größten römischen Reiterkastells nördlich der Alpen befindet sich das Limesmuseum Aalen – gelebte Geschichte am Unesco-Welterbe Limes Eine Zeitreise weit zurück in die Vergangenheit macht der Besucher im Limesmuseum Aalen. Das größte Römermuseum im Süden Deutschlands befindet sich auf dem Gelände des ehemals größten Reiterkastells nördlich der Alpen, wo vor 1800 Jahren 1000 Soldaten mit ihren Pferden stationiert waren. In der völlig neu gestalteten Dauerausstellung mit über 1200 Originalfunden taucht der Besucher in das damalige Leben am Limes ein, der zweite Teil der Ausstellung lädt zu einer archäologischen Entdeckungsreise entlang des Limes in Baden-Württemberg ein. Bei den 2020 wieder veranstalteten Römertagen (26.-27.9.) verwandelt sich das Limesmuseum in ein römisches Lager. Bekanntlich wussten die alten Römer auch die gesundheitsfördernde Wirkung von Heilquellen und Bädern zu schätzen. Davon können sich Urlauber in den Limes-Thermen überzeugen, wo das belebende Mineralwasser aus 650 Metern Tiefe sprudelt. Auf Aktivurlauber warten rund um die Stadt hunderte Kilometer schöner Rad- und Wanderwege. Ein Highlight ist der 30 Kilometer lange Panoramaweg. Ein vielbesuchter Treffpunkt am Weg ist das Aalbäumle. Von dem Von herausragender archäologischer Bedeutung ist die Höhle "Hohle Fels" bei Schelkingen, in der auch die "Venus vom Hohle Fels" – mit rund 40.000 Jahren die älteste Darstellung eines Menschen weltweit – gefunden wurde. Alle zwei Jahre lädt Ulm/Neu-Ulm zum Donaufest ein, bei dem zehn Tage lang internationale Künstler und Gäste ein Fest der Begegnungen aus Ländern entlang der Donau feiern 26 Meter hohen Aussichtsturm genießt man einen herrlichen Blick auf die Aalener Bucht. Für Kunst- und Kulturfans bietet der Veranstaltungskalender ein buntes Programm von der Ausstellung „Zwei Dresdner Grenzgänger“ (siehe S. 55 ff.) über die Aalener Kulturwochen im Spätsommer bis zum Aalener Jazzfest Anfang November. Der höchste Kirchturm der Welt In der Zweilandstadt Ulm (in Baden-Württemberg) und Neu-Ulm (auf bayerischem Boden) ist das Ulmer Münster die größte Attraktion. Der Ausblick vom höchsten Kirchturm der Welt über die Dächer der Stadt ist atemberaubend. Mittelalterliches Flair verströmt das Fischerviertel. Den Kontrast bildet die "Neue Mitte" mit ihren modernen Bauten neben dem historischen Rathaus. Einmalige Museen wie das Edwin- Scharff Museum in Neu-Ulm oder das Museum Ulm zeigen Werke aus der Jungsteinzeit bis heute. Im Museum Ulm steht dieses Jahr der als "Schneider von Ulm" bekannt gewordene Erfinder Albrecht Ludwig Berblinger, dessen Geburtstag sich zum 250. Mal jährt, im Mittelpunkt der Ausstellung "Transhuman - von der Prothetik zum Cyborg" (16.5.-18.10.2020, siehe S. 55 ff.). Ein Veranstaltungshighlight ist das "Internationale Donaufest" (3.-12.7.2020), ein buntes Kulturfestival an beiden Ufern der Donau. In der Umgebung erschließen ausgezeichnete Rad und Wanderwege weitere landschaftliche und architektonische Attraktionen, wie beispielsweise die Klosteranlage der Benediktiner in Wiblingen oder das imposante Prämonstratenser-Kloster Roggenburg. Deren Klosterkirche Mariä Himmelfahrt gilt als einer der bedeutendsten Bauten des Rokoko in Bayerisch-Schwaben. Am Donau-Radweg und am Iller-Radweg laden malerische Orte zum Verweilen ein. Lohnende Ziele sind Illertissen mit dem Renaissanceschloss der Vöhlin und die Fuggerstadt Weißenhorn. Baden-Württemberg 19

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