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Ferienmagazin Deutschland 2020

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Erholsame Ferienträume und spannende Erlebniswelten – das Beste finden Sie im aktuellen Ferienmagazin Deutschland Ihrem Guide für Deutschlandreisen 2020

Schon zu Mozarts Zeiten

Schon zu Mozarts Zeiten wurden in der Musikstadt Markneukirchen sämtliche Orchesterinstrumente hergestellt – daran hat sich bis heute - wie in der Meisterwerkstätte Voigt Brass – nichts geändert Faszinierende Handwerkskunst im Vogtland Die Region im Dreiländereck Böhmen-Bayern-Sachsen ist seit Jahrhunderten vor allem geprägt von textiler Handwerkskunst und filigranen Musikinstrumenten. Entlang der „Route der Industriekultur“ geben lebendige Museen, Schauwerkstätten und aktive Produktionsbetriebe dem interessierten Reisenden Einblick in die Tradition der Textilverarbeitung, des Musikinstrumentenbaus und des Bergbaus. Seit mehr als 350 Jahren entstehen hier in Handarbeit wahre Wunderwerke an Präzision und Qualität. Im Musikwinkel, dem so genannten Musicon Valley, können Besucher in über 100 verschiedenen Werkstätten den Orchester-Instrumentenbauern bei ihrer traditionsreichen Arbeit über die Schulter schauen. Neben Schauvorführungen in der „Erlebniswelt Musikinstrumentenbau“ zeigt das Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen 3.000 Objekte filigraner Handwerkskunst. Der Denkmalkomplex „Saigerhütte Olbernhau- Grünthal“ ist ein einzigartiges Zeitzeugnis des Hüttenwesens der Buntmetallurgie und ist seit 2019 Teil des Unesco-Welterbes „Montanregion Erzgebirge“ Vater und Sohn sind die bekanntesten Figuren des Zeichners Erich Ohser – sie weisen humorvoll den Weg durch die Spitzenstadt Plauen Plauen ist Spitze Der Stoff, aus dem die Träume sind – das war für Plauen im 19. Jahrhundert die Baumwolle. Die Zeit war auch die Geburtsstunde für den Erfolg der „Plauener Spitze“, deren Herstellung durch die Mechanisierung der Handstickerei revolutioniert wurde. In einigen Fertigungsstätten und in der Schaustickerei Plauen, einer authentischen Museumsfabrik, lassen sich die Funktion von Stickmaschinen und die Herstellungsverfahren edler Plauener Spitze hautnah erleben. Einblick in die lange Geschichte der Spitzenstickerei gibt auch das einzige Spitzenmuseum Deutschlands (siehe S. 65 ff.). Sehenswert sind in Plauen auch das Alte Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt, mit seinem markanten Renaissancegiebel; die 1122 geweihte Kirche St. Johannis und die Lutherkirche, eine der ältesten barocken Zentralkirchen Sachsens. In ehemaligen Patrizierhäusern hat das Vogtlandmuseum sein Domizil, während die restaurierten Weberhäuser am Mühlgraben eine Galerie und Schauwerkstatt für handgefertigte Waren beherbergen. Wahre Blickfänge sind Plauens Brücken, beispielsweise die Alte Elsterbrücke und die Friedensbrücke, die am weitesten gespannte Steinbogenbrücke der Welt. Kunstinteressierte zieht es ins Erich-Ohser-Haus mit der Galerie e.o.plauen. Das Haus mit den Werken des brillanten Zeichners ist leicht zu finden: Neuerdings weisen 15 farbenfrohe Vater und Sohn-Figurenpaare (Ohsers berühmtes Motiv) humorvoll den Weg durch die Spitzenstadt. Auf dem Vogtland Panoramaweg oder auf dem Kammweg Vogtland-Erzgebirge lässt sich die hügelige Landschaft des Vogtlands auf über 289 Kilometern wandernd entdecken. Einen hervorragenden Einblick in die Geschichte des Vogtlands vermittelt der Kulturweg der Vögte, der auf 14 Etappen sowie Wander- und Radtouren insgesamt fast 150 Sehenswürdigkeiten in der Vier-Länder- Region zwischen Thüringen, Sachsen, Bayern und Böhmen zeigt. Schweben wie im Toten Meer Dank einer außergewöhnlichen Glaubersalzquelle im Elstertal können Gäste in der Soletherme Bad Elster das „Schweben wie im Toten Meer“ erleben. Drei Becken mit unterschiedlichem Solegehalt und ganz eigenem Ambiente stehen zur Wahl. Im Eintritt für die Soletherme ist die Nutzung der Badelandschaft im historischen Albert Bad inklusive. Das traditionsreiche Moor- und Mineralheilbad Bad Elster bildet mit Bad Brambach die zwei Sächsischen Staatsbäder. In Bad Bram- ...weiter auf Seite 40 Plauen, Kulturerlebnis Spitzenstadt Lohnenswert ist ein Besuch des in Deutschland einmaligen Spitzenmuseums. Die Schau - stickerei zeigt die traditionelle Herstellung der weltbekannten, filigranen Plauener Spitze auf historischen Maschinen. Sehenswürdigkeiten wie der Markt platz mit Altem Rathaus, das Vogtlandmuseum und die Galerie e.o.plauen im Erich-Ohser-Haus bieten ein unterhaltsames Kulturprogramm. Urige Altstadtlokale mit traditioneller vogtländischer Küche und eine Vielfalt an kulturellen Highlights laden zum längeren Verweilen ein. Plauen ist zudem idealer Ausgangspunkt für Naturliebhaber, Radfahrer und Wan derer. Mehr Informationen auf www.plauen.de/tourismus 38 Sachsen

Internationaler Robert-Schumann-Wettbewerb Gala der Kostbarkeiten und Augenweiden Der Automobilbau und der Komponist Robert Schumann haben die mehr als 900 Jahre alte Stadt Zwickau in aller Welt berühmt gemacht. 2020 stehen die Produktionsstätten und der Musiker besonders im Mittelpunkt. Denn die viertgrößte Stadt im Freistaat Sachsen wird ein bedeutender Teil der Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ und ist Schauplatz des renommierten, nur alle vier Jahre stattfindenden „Internationalen Robert- Schumann-Wettbewerbs für Klavier und Gesang“. KULTOUR Z. Tel. +49-0375 2713-240 www.zwickau.de tourist@kultour-z.de Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen. Ab 25.04.2020 im Audi-Bau in Zwickau Industriekultur ist ganz und gar kein sprödes Thema – das zeigt eindrucksvoll die einmalige Zentralausstellung im Audi-Bau in Zwickau (25.4. - 1.11.2020) – mit einer aufregenden Reise durch die Zeitgeschichte. Rau und edel: In einem reizvollen Kontrast werden beeindruckende Zeitzeugnisse und kostbare Schauobjekte gezeigt – wie z. B. eine Miniatur-Dampfmaschine in einer Nussschale, die einst Sachsens Beitrag zur Weltausstellung 1893 in Chicago war. Ein Teil der empfindlichen Exponate erfordert eine dunkle Atmosphäre, was durch eine leuchtende Vitrinen-Landschaft spektakulär gestaltet wird. Dazu gesellen sich überdimensionale Installationen und fantasievolle Vorstellungen jener Ikonen, deren Schaffen in Sachsen weltweit Geschichte schrieb. Ein auf 2.500 Quadratmetern angelegter Themenparcours ist in sechs Kapitel geordnet: Barock & Berggeschrey (1470-1813), Garn & Globalisierung (1763-1914), Karl Marx & Karl May (1831-1914), Schockensöhne & Sachsenstolz (1904-1945), Trabi & Treuhand (1945-1995) sowie Industriekultur 5.0 (1995 bis übermorgen). Wer beim Bummel durch die Ausstellung auf den Geschmack gekommen ist, der sollte auch dem August Horch Museum (siehe S. 69) gleich nebenan einen Besuch abstatten. Das ist ganzjährig ein Magnet für Autonarren. Die automobile Erfolgsgeschichte Zwickaus, die 1904 mit der Entscheidung des Ingenieurs August Horch für den Standort Zwickau begann und in der DDR mit dem Kultauto Trabant fortgesetzt wurde, hat ein neues Kapitel aufgeschlagen: Das Zwickauer VW-Werk soll zum Kompetenzzentrum Als Industriedenkmal verleiht der Alte Gasometer inmitten der Stadt Zwickau den verschiedensten Veranstaltungen ein unverwechselbares Gesicht für E-Mobilität in Europa entwickelt werden. Am 4. November 2019 wurde mit der Produktion des neuen ID.3 begonnen. Beim Spaziergang vom Ausstellungsareal in der Audistraße in Richtung Stadtzentrum begegnet der Besucher auf Schritt und Tritt sorgsam erhaltenen, weiteren Zeugen der Industriekultur, ob als Wohnbau, Schule oder Betrieb. Daneben locken sehenswerte, museale Erlebniswelten wie die „Kunstsammlungen Zwickau – Max-Pechstein-Museum“, die Einblick in die kunstgeschichtlichen Epochen von Spätgotik über Klassizismus und Romantik bis hin zum deutschen Impressionismus und Expressionismus geben. Ein eigener Ausstellungsaal ist dem Schaffen des gebürtigen Zwickauers und „Brücke“-Künstlers Max Pechstein (1881-1955) gewidmet. Im Robert- Schumann-Hauses erfährt der Musikliebhaber alles über den romantischen Komponisten und seine ebenfalls erfolgreiche Musiker- Gattin Clara. Freunde klassischer Musik dürfen sich 2020 auf eine weitere Ausgabe des internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs (4. - 14. 6.2020; siehe S. 56 ff.) freuen. Eine besondere Attraktion von Zwickau sind auch die mittelalterlichen Priesterhäuser, die nachweislich ältesten Wohnbauten Deutschlands. Neben dem stadtbildprägenden Dom St. Marien, mit einem wertvollen Wolgemut- Altar, zählt vor allem auch der citynahe Alte Gasometer zu den architektonischen Hinguckern. Wo bis 1900 aus Steinkohle Gas erzeugt wurde, lädt 100 Jahre später das ideenreich „neu erfundene“ Zeugnis spätgründerzeitlicher Industriekultur als „Soziokulturelles Zentrum“ zu Rock- und Songwriter-Konzerten, Kabarett, Theater, Foren und Kino ein. Sachsen 39

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