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Ferienmagazin Deutschland 2020

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Rüdersdorf. Weitere

Rüdersdorf. Weitere lohnende Adressen für Filmfans sind die Nikolaikirche in Luckau, einer der bedeutendsten Kirchenbauten in Brandenburg, das prächtige Schloss Stülpe bei Baruth, das olympische Dorf von 1936 im Elstal, und natürlich Potsdam, wo sich das Holländische Viertel in Homeland für einige Szenen in „Amsterdam“ verwandelte. Sommernachtstraum in der „preußischen Perle“ Ein Besuch in Potsdam ist ein Muss. Das neueste Highlight in der brandenburgischen Landeshauptstadt, der „preußischen Perle“, ist das Museum Barberini, das seit drei Jahren mit jährlich wechselnden Ausstellungen und Leihgaben internationaler Museen sowie Privatsammlungen das Potsdamer Kulturangebot bereichert. In diesem Jahr zu sehen: „Monet.Orte“ sowie „Rembrandts Orient“ (siehe S. 55 ff.). Hauptanziehungspunkt in der ehemaligen Residenzstadt ist Schloss Sanssouci mit seinem 290 Hektar großen Park. Doch neben den von italienischen Vorbildern inspirierten Schlössern und Parks hat die ehemalige Sommerresidenz Friedrichs des Großen und heutige Unesco-Welterbestätte noch einiges mehr zu bieten. Das Weltkulturerbe des Parks Sanssouci bildet alljährlich den Rahmen für die Potsdamer Schlössernacht – mit opulentem Lichtspektakel, Akrobatik und Musik So lädt in der hübschen Innenstadt die Flaniermeile Brandenburger Straße ebenso zum Schlendern ein wie die russische Kolonie Alexandrowka und das Holländische Viertel. Sehenswert sind außerdem die Nikolaikirche, das Krongut Bronstedt, das Hans-Otto-Theater, das Schloss Cecilienhof (siehe S. 45) und die klassizistischen Prachtbauten von Karl- Friedrich-Schinkel. Nicht zu vergessen das Mekka für Cineasten, der Filmpark Babelsberg. Ein Fixpunkt im Potsdamer Veranstaltungskalender sind die alljährlichen Musikfestspiele mit Konzerten und Opern in den Schlössern und Gärten von Sanssouci, diesen Sommer unter dem Motto „Flower Power“ (12.-28.6.2020). Wie ein barocker Sommernachtstraum mutet die „Potsdamer Schlössernacht“ an, die unter dem Motto „Les Rendez-vous au Park Sanssouci“ an zwei Abenden stattfindet (16. und 17.8.20209). Hunderte Künstler in Masken und Kostümen verwandeln das gesamte Parkgelände von der Orangerie bis zum Neuen Palais, vom Chinesischen Haus bis zu den römischen Bädern in eine große, von tausend Lichtern illuminierte Freilichtbühne unter nächtlichem Himmel. Die musikalische Palette reicht von populärer Klassik bis zum Jazz. Das rauschende Fest endet mit einem brillanten Höhenfeuerwerk. Der brandenburgische Veranstaltungskalender bietet zahlreiche lohnende Events, wie eine kleine Auswahl zeigt. Klavier- und Kammermusiken, Liederabende, Orchesterkonzerte und Lesungen an außergewöhnlichen Orten im Havelland verheißen die ganzjährig staffindenden „Havelländischen Musikfestspiele“. Hochklassige Produktionen zeigt das Theaterfestival „Brandenburger Klostersommer“ im Mai, Juni und Juli. Von Juni bis September erfreuen die „Brandenburgischen Sommerkonzerte“ mit Konzerten in Kirchen, Klöstern und idyllischen Landgütern. Cineasten zieht es zum Filmfestival Cottbus sowie zum internationalen Filmfestival Bad Saarow (17.-20.9.2020). Stille Naturparadiese sind die Stars Brandenburg ohne Potsdam geht nicht, Brandenburg ohne seine Naturlandschaften Auf Inline-Skates durch den Fläming Eine Landschaft auf den leisen Rollen der Inline-Skates zu erkunden, ist ein besonderes Erlebnis. Wie geschaffen dafür ist der Landkreis Teltow-Fläming. Rund 230 Kilometer führen der drei Meter breite Asphaltbelag, „Black Ice“ genannt, sowie ergänzende zwei Meter breite Radwege auf verschiedenen Rundkursen durch die Landschaft des Niederen Flämings und des Baruther Urstromtals. Unterwegs geht es durch verträumte Dörfer, vorbei an ehrwürdigen Feldsteinkirchen und historischen Mühlen, durch Felder, Wiesen und Wälder. Das Herzstück der „Fläming Skate“ ist der knapp 100 Kilometer lange Rundkurs RK1, der leichte wie auch anspruchsvolle Streckenabschnitte mit Gefällen, Steigungen und Kurven bietet. Anfänger genießen ihre ersten Schwünge auf dem Kolzenburger Rundkurs RK2 (12 km). Ein „Renner“ ist der RK4, der sich mit seinen 43 Kilometern Länge ideals für das Skate-Marathon-Training eignet. Weitere Infos unter: www.flaeming-skate.de 44 Brandenburg Hausboottour mit Open Air Konzert geht gar nicht. Die genussvollste Art, die zauberhafte Seen- und Flusslandschaft Brandenburgs zu entdecken, ist die Reise mit einem Hausboot, wie sie von Spezialveranstaltern wie z.B. „le boat“ offeriert werden. Ohne Vorkenntnisse und ohne Führerschein können Freizeitkapitäne nach einer kurzen Einweisung losschippern. Unterwegs kann man im See ankern und vom Deck direkt ins Wasser hüpfen. Zudem lernen kleine und große Freizeitkapitäne bei ihren Touren so einiges über die vielfältige Flora und Fauna, und immer wieder verleiten Dörfer und verträumte Schlösser dazu, an Land zu gehen – und zur Abwechslung vielleicht eine kurze Radtour einzubauen. Die rustikale Variante zu den schicken Hausbooten sind Flöße mit einer Art Blockhütte darauf, die neuerdings vermehrt auf den Flüssen und Seen unterwegs und sehr beliebt sind. Schlanke, flach auf dem Wasser liegende Kähne sind die traditionellen Fortbewegungsmittel im Spreewald im Südosten Brandenburgs. Das Unesco-Biosphärenreservat mit

seinen verästelten Wasserarmen zählt zu den beeindruckendsten Landschaften Deutschlands. Sich von einem Kahnfährmann an idyllischen Dörfern, friedlichen Auen und imposanten Wäldern vorbeischippern zu lassen, gehört hier zu den beliebtesten Urlauberaktivitäten. Daneben stehen individuelle Touren mit dem Kanu – das Angebot reicht von Kurztouren bis zu Tagesfahrten – sowie Radtouren hier bei Urlaubern hoch im Kurs. Wasserratten lockt das Freizeitbad Spreewelten in Bad Lübbenau mit Wellness und Saunabereich zu spritzigem Vergnügen. Ein Highlight ist hier das „Schwimmen mit Pinguinen“. Wer mehr über die Geschichte des Spreewalds und seiner Bewohner erfahren möchte, bekommt interessante Einblicke in einem Dutzend kleiner Museen wie der Sorbischen Webstube in Drebkau oder dem Spreewald-Museum in Lübbenau. Im Spreewald unbedingt probieren sollten Besucher die Spreewälder Gurken, die es in vielen Variationen gibt, als Schmorgurken, Senfgurken oder grüne Gurken. Jede Region in Brandenburg hat ihre eigenen kulinarischen Leckerbissen. In der Uckermark ist das beispielsweise der Wrukeneintopf (Kohlrübeneintopf) und Eisbein mit Sauerkraut und Erbsenpüree. Typisch für die Region ist auch „Himmel und Erde“ (Kartoffeln mit Blutwurst). Eine Spezialität im Winter ist das Sauergemüse „Knieperkohl“: Das „Nationalgericht“ im Norden Brandenburgs wird aus Weißkohl, Grünkohl und blauem Marktstammkohl gekocht. Mit dem Ranger auf Tour Beschauliche Dörfer, Straßen aus Feldsteinen und kleine Seen inmitten der weiten Hügellandschaft wirken, als sei die Zeit stehen geblieben. In der im Nordosten Brandenburgs gelegenen Uckermark finden strapazierte Zeitgenossen Erholung und Entspannung. Besonders Künstler und Kreative schätzen die Ruhe und Abgeschiedenheit dieser Region, wo aus Träumereien manchmal Kunstateliers entstehen oder Manufakturen, die Käse, Marmelade oder Leckeres aus Äpfeln herstellen. Die Landschaft ist geprägt von drei Großschutzgebieten, dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Biosphärenreservat Schorfheide Chorin und dem Naturpark Untermärkische Seen. Im Herbst, wenn zehntausende Kraniche auf ihrem Flug gen Süden in den Flussauen im Nationalpark rasten und ein unvergleichliches Schauspiel bieten, ist die Region ein Tipp für Freizeit-Ornithologen. Naturliebhaber können auf eigenen Faust oder bei einer Naturführung mit dem Ranger Kraniche, Wildgänse und Seeadler am Himmel kreisen sehen oder das Treiben der Otter und Biber beobachten. Den Kontrast zum Naturerlebnis bieten Städte wie Angermünde, dessen Bild von historischen Bauwerken wie dem Franziskanerkloster und der St.-Marien-Kirche geprägt wird. Der besterhaltene mittelalterliche Stadtkern im Norden Brandenburgs ist der Stolz von Templin, das den Beinamen „Perle der Uckermark“ trägt. Die großen Drei während der Potsdamer Konferenz 75 Jahre Potsdamer Konferenz – Als die Welt neu geordnet wurde Das Bild ging im Sommer 1945 um die Welt: Die „Weltenlenker“ Winston Churchill, Harry Truman und Josef Stalin einträchtig nebeneinander in Korbsesseln im Garten von Schloss Cecilienhof. Damals stand Potsdam zwei Wochen lang im Mittelpunkt der Weltpolitik. Zum 75. Jahrestag der „Potsdamer Konferenz“ wird am Originalschauplatz im Schloss Cecilienhof an das Großereignis erinnert, das mit dem „Potsdamer Abkommen“ den Grundstein legte für „die Neuordnung der Welt“ – so der Titel der Ausstellung. Das Plakat zur Ausstellung zeigt über den drei Staatsmännern einen Atompilz. Damit erinnern die Ausstellungsmacher daran, dass damals der Zweite Weltkrieg in Europa zwar bereits zu Ende war, im fernen Osten jedoch noch gekämpft wurde. Wenige Tage nach der Potsdamer Konferenz warf die amerikanische Luftwaffe zwei Atombomben über Hiroshima und Nagsaki ab. Vorangegangen war ein Ultimatum, mit dem US- Präsident Truman während der Potsdamer Konferenz die bedingungslose Kapitulation Japans verlangt hatte. Während Berlin am Ende des Krieges in Trümmern lag, tagten die Delegierten der alliierten Siegermächte USA, Großbritanniens und der Sowjetunion im unzerstörten Schloss Cecilienhof. So wurde Potsdam für einen kurzen Zeitraum, vom 17. Juli bis zum 2. August 1945, zum Mittelpunkt der politischen Welt. Die Potsdamer Konferenz gilt weltweit als Symbol für den Endpunkt des Zweiten Weltkriegs und den Ausbruch des Kalten Krieges. In der von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg organisierten Sonderausstellung erleben die Besucher am authentischen Ort eine multimediale Zeitreise in die schicksalshaften Tage des Sommers 1945. Die Veranstalter verheißen „eine sachliche und ideologiefreie Präsentation der geopolitischen Beschlüsse, kontrastiert mit emotional berührenden Stimmen Betroffener. Bekannten historischen Persönlichkeiten stehen die vielen „Namenlosen“ der Geschichte gegenüber – darunter Atombombenopfer, Vertriebene und Kollaborateure. Als „besonderer Schatz“ der Ausstellung gelten die detaillierten Tagebücher der damaligen Sekretärin von Winston Churchill, seinerzeit 19 Jahre alt. Joy Hunter, heute 93, hat ihre Aufzeichnungen für die Potsdamer Konferenz zur Verfügung gestellt und ein ausführliches Interview gegeben. „Ihre Erinnerungen lotsen die Zuschauer wie ein roter Faden durch die Schau“, sagt Kurator Matthias Simmich. Das 1913 bis 1917 nach Plänen von Paul Schultze-Naumburg im englischen Landhausstil errichtete Schloss Cecilienhof ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Potsdams. Es ist der letzte Schlossbau der Hohenzollern. Kaiser Wilhelm II. ließ die Residenz für seinen ältesten Sohn, Kronprinz Wilhelm, errichten, der mit Cecilie von Preußen bis 1945 hier wohnte. Das Schloss fügt sich wunderbar ein in den nördlichen Teil des Neuen Gartens, der Ende des 18. Jahrhunderts als englischer Landschaftsgarten angelegt worden war. Die Ausstellung „Die Neuordnung der Welt“ findet vom 1. Mai bis zum 1. November 2020 im Schloss Cecilienhof statt. Sie ist täglich außer Montag geöffnet, der Eintritt kostet 14 Euro. Eröffnungssitzung der Potsdamer Konferenz am 17. Juli 1945 Brandenburg 45

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