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Ferienmagazin Deutschland 2020

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Museum Frieder Burda

Museum Frieder Burda Frida Kahlo Selbsbildnis, Schirn Kusnthalle Frankfurt stellung der bayerischen Geschichte im Mittelalter: Innerhalb eines Jahrhunderts, etwa von 1200 bis 1300, entstand im Herzogtum Bayern eine Städtelandschaft, die bis heute die Siedlungsstruktur prägt. Das Museum Ulm widmet dem als „Schneider von Ulm“ berühmt gewordenen Albrecht Ludwig Berblinger eine große Sonderausstellung. Anlass ist der 250. Geburtstag des Erfinders und Flugpioniers. In der Ausstellung „Transhuman – von der Prothetik zum Cyborg“ steht jedoch nicht der weitgehend bekannte Flugversuch Berblingers im Vordergrund, sondern eine weitgehend unbekannte Seite des kreativen Erfinders: Berblinger entwickelte seinerzeit bewegliche Prothesen für die versehrten Soldaten der napoleonischen Kriege und erfand somit den Grundentwurf für moderne Beinprothesen. Begleitend zum Donaufest zeigt das Museum die Ausstellung „Kunst am Strom“ (5.7.-6.9.2020), die sich „mit den multiplexen künstlerischen Positionen der Gegenwart im Donauraum“ beschäftigt und „Werke von Künstlern verschiedener Generationen und Länder im Spannungsfeld zwischen kosmopolitischen Positionen und vorhandenen nationalen Bindungen präsentiert“. „Körper. Blicke. Macht.“ (7.3.-21.6. 2020) zeichnet in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden die Geschichte des Badens nach. Die Ausstellung versammelt eine Vielzahl von Kunstwerken und Objekten aus verschiedenen historischen, geografischen und kulturellen Zusammenhängen und präsentiert die Badekultur damit als Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft. Es geht um Heiliges und Profanes, Reinheit und Schmutz, Wohltuendes und Schädliches, Öffentliches und Privates, Nacktheit und Bekleidung, Aristokratisches und Populäres und nicht zuletzt: Macht-, Klassen- und Geschlechterverhältnisse. Ihren Privatfundus stellen die Brüder Burda im Museum Frieder Burda in Baden-Baden aus. Angesteckt von der Kunstleidenschaft ihrer Eltern legten sie sich eine beeindruckende Sammlung an, die in „Bilder der Brüder. Eine Sammlungsgeschichte der Familie Burda“ (28.3.-30.8.2020) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Werke von Ernst Hassebrauck und Max Uhlig bilden die spannende Retrospektive „Zwei Dresdner Grenzgänger“ (3.4.-1.6.2020) in der Sammlung Josef und Anneliese Ilg. Die Ausstellung in der Galerie im Rathaus im badenwürttembergischen Aalen zeigt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung 50 Malereien, Zeichnungen und Drucke der beiden Künstler, die sich konsequent gegen die Doktrin des DDR- Regimes zu Wehr setzten. Der Fund war spektakulär und ist bis heute sagenumwoben. „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ (30.5.2020-21.1.2021) macht die historische Entdeckung in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim wieder erlebbar. Jung und Alt wandeln gleichermaßen auf den Spuren des mysteriösen Pharaos und erkunden Carters Entdeckung in seiner originalen Fundsituation. Die detailgetreu nachgebildeten Grabbeigaben, der Sarkophag, die goldenen Särge und Schreine, der Schmuck und natürlich die Maske sind in ihrem monumentalen Gesamtzusammenhang mit 1.000 Repliken weltweit einmalig. Die Kunsthalle Mannheim lädt ab 2. Oktober zu einer Sonderausstellung, die sich mit der deutschen Geschichte, dem Judentum, den Medien und der Erinnerungskultur auseinander setzt: Anselm Kiefer (2.10.2020- 21.3.2021) bietet in den weitläufigen Galerien im Neubau Raum für die oft emotional ergreifenden und überwältigenden Werke dieses international renommierten Ausnahmekünstlers und seiner anspruchsvollen, mythologischen Deutung der Welt. Über fünf Jahrhunderte prägten Sie die Geschicke halb Europas. Sie waren glanzvolle Kaiser, Beauftragte Gottes, unerbittliche Feldherren und geschickte Politiker. Die Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ (9.9.2020-18.4.2021) im Landesmuseum Mainz zeigt das komplexe Zusammenspiel der Machtstrukturen auf, mit weltlichen und geistlichen Fürsten, Bischöfen, jüdischen Gemeinden und Bürgern der Städte. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa beleuchtet die Ausstellung die unterschiedlichen Herrschaftsideen ausgewählter Kaiserpersönlichkeiten. Ausgestellt werden unter anderem das Armreliquiar Karls des Großen aus dem Pariser Louvre, die berühmte Heidelberger Liederhandschrift Codex Manesse und die zeitweise Rückkehr der Goldenen Bulle von Wien nach Mainz. Der weibliche Beitrag zum Surrealismus war wesentlich größer als allgemein bekannt und dargestellt. In der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt wird das bei der Überblicksausstellung „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“ deutlich (13.2.-24.5.2020). Mit rund 260 beeindruckenden Werken von 34 internationalen Künstlerinnen bildet die Ausstellung ein vielfältiges stilistisches und inhaltliches Spektrum ab. Neben prominenten Namen wie Louise Bourgeois, Claude Cahun, Leonora Carrington oder Frida Kahlo sind zahlreiche weniger bekannte Persönlichkeiten wie Alice Rahon oder Kay Sage aus drei Jahrzehnten surrealistischer Kunst zu entdecken. Das Städel-Museum in Frankfurt widmet dem Impressionismus die Ausstellung „En passant“ (19.3.- 28.6.2020). Anders als in den meisten Kunsttempeln wird in Frankfurt aber nicht die impressionistische Malerei in den Fokus genommen, sondern Skulpturen stehen im Mittelpunkt. Edgar Degas „kleine vierzehnjährige Tänzerin“ ist nur eines von vielen Exponaten, die Kunstgeschichte schrieben. Werke von Degas, Rodin, Rosso, Troubetzkoy und Rembrandt Bugatti bilden das Herzstück der Ausstellung. „Die Aura der Antike“ (ab 20.6.20-14.3. 2021) macht das Rheinische Landesmuseum in Trier erlebbar. Hier werden Werke von Werner Kroener gezeigt, die zwar hochmodern sind, aber allesamt entscheidend von der Kunst der Antike inspiriert wurden. Spannend sind die Vergleiche zwischen den gegenübergestellten antiken Originalen und den selbstleuchtenden Malereien des Künstlers. Die Motive des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring sind gänzlich unromantisch: 60 Kunst, Kultur und Festspiele

die AIDS-Krise, der Kalte Krieg, Rassismus, die Auswüchse des Kapitalismus und die Umweltzerstörung. Die Werke Harings standen stets im Kontext der 1980er Jahre. Das Museum Folkwang in Essen zeigt erstmals eine umfassende Ausstellung (29.5.-6.9.2020) mit seiner Kunst. Mehr als 85 Arbeiten, darunter großformatige Gemälde und Zeichnungen, Plakate, Fotografien und Videos, vermitteln ein breites Spektrum seines Oeuvres. Andy Warhol (10.10.2020-21.2.2021) hat die Grenzen von Malerei, Skulptur, Film und Musik neu definiert. Die Ausstellung im Museum Ludwig in Köln rückt bislang weniger beachtete Aspekte seines Schaffens in den Fokus. Warhols Migrationshintergrund, der Künstler war Sohn eines russischen Immigranten in Pittsburgh, beispielsweise. Auch die Verarbeitung religiöser Motive in seinem Werk und das Leben jenseits heterosexueller Normen, das er vielfach verarbeitete und als wesentlichen Faktor einer diversen Gesellschaft postulierte, finden ihren Niederschlag. Wie eng Utopie und Dystopie miteinander verbunden sind, zeigt die Ausstellung „the public matters“ (bis 15.11.2020) im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. In einer audiovisuellen Großinstallation und mit Rückgriff auf Archivalien aus dem Skulptur Projekte Archiv befasst sich die Schau mit Themen wie der Irrelevanz von Nationenzugehörigkeit, einer zukünftigen Vormachtstellung der Frau, Kunst als heilender Praxis und dem Verschwinden des Internets. Dass der Kapitalismus inzwischen eine Welt-Ordnung darstellt, wird in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt. „Wir Kapitalisten. Von Anfang und Turbo“ (13.3.- 12.7.2020) betrachtet alle grundlegenden Eigenschaften: Rationalisierung, Individualisierung, Akkumulation, Geld und Investitionen sowie typische kapitalistische Dynamiken wie ungebremstes Wachstum und schöpferische Krisen. Eindrucksvoll zeigt die Bundeskunsthalle, dass diese DNA eines Wirtschaftssystems bereits Teil unser Museum Barberini aller DNA geworden ist. „Angelika Kauffmann. Künstlerin, Powerfrau, Influencerin“ (30.01.-24.5.2020) heißt die Ausstellung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf, die der berühmtesten Künstlerin in Zeiten der Aufklärung und Empfindsamkeit gewidmet ist. Mit 100 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen zeigen die Kuratoren die Faszination Angelika Kauffmanns. Dem Werk eines der größten Fotografen aller Zeiten geht die Bilderschau „Peter Lindbergh. Untold Stories“ (5.2.-1.6.2020) nach. Die vom 2019 verstorbenen Künstler selbst kuratierte Ausstellung ist eine Zusammenstellung von 140 Motiven, die einen umfassenden Blick auf das Oeuvre des in Duisburg geborenen Fotografen bieten. Ein Begegnungsort von Kunst und Kultur hat im vergangenen Jahr in Leipzig eröffnet. Die a&o Kunsthalle gibt aufstrebenden Künstlern die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Events wie Künstlergespräche, Workshops oder Konzerte in Zusammenarbeit mit jungen Kreativen begleiten dabei die Ausstellungen und lassen die a&o Kunsthalle zu einem besonderen Ort des Austausches, der Inspiration und der Vielfältigkeit werden. Die Wiedergabe flüchtiger Natureindrücke spielt eine zentrale Rolle in der Kunst Claude Monets, der sich wie kaum ein anderer Impressionist intensiv mit der Topographie und den spezifischen Lichtstimmungen der unterschiedlichsten Orte auseinandergesetzt hat. Von der Metropole Paris bis zu den abgelegenen Seine-Dörfchen Vétheuil und Giverny: Die Perspektive, die Monet hatte, ist in der Kunst einzigartig. Die Ausstellung „Monet.Orte“ (22.2.- 1.6.2020) zeigt im Museum Barberini in Potsdam mit über 100 Gemälden die Entwicklung von Monets Kunst von den 1850er bis zu den 1920er Jahren mit einem Fokus auf die Orte – sowohl in der Heimat wie auf Reisen –, aus denen er Inspiration für seine Malerei bezog. Ab Sommer widmet sich das Museum einem zweiten Thema: Im Kleine vierzehnjährige Tänzerin, Edgar Degas Städel Museum Landesmuseum Mainz 17. Jahrhundert war die Stadt Amsterdam ein kultureller Schmelztiegel. Der intensive Handel der Niederlande mit dem Nahen und Fernen Osten machte die Stadt zu einem zentralen Umschlagplatz für exotische Güter in Europa. Rembrandt (1606–1669) und andere Maler des Goldenen Zeitalters der Niederlande schöpften freimütig aus der Vielzahl von Einflüssen ferner Länder und bereicherten ihr Werk um neue Motive. Die Ausstellung „Rembrandts Orient. Westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts“ (27.6.-11.10.2020) geht der Auseinandersetzung dieser Künstler mit den außereuropäischen Kulturen nach und fragt nach ihrem Bild vom Orient. Formen und Funktionen der Zeichnung seit der Renaissance zeigt die Ausstellung „Am Anfang war die Zeichnung“ (31.3.-28.6.2020) in der Kunsthalle Bremen. Beim Rundgang zwischen den Exponaten lässt sich eine grobe Abfolge von der ersten Ideenskizze über den Kompositionsentwurf und die Detailstudie bis hin zur direkten Vorlage- oder Reinzeichnung beobachten. Vergrößerte Details geben Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers und den Bildfindungsprozess preis. Die Ausstellung präsentiert prominente wie auch unbekannte meisterhafte Zeichnungen aus dem Bestand des Bremer Kupferstichkabinetts und versammelt in den beiden Studiensälen rund 50 Originale vom 15. bis 20. Jahrhundert. Das Schaffen von David Hockney ist facettenreich. Als Maler, Zeichner und Grafiker drückt der Brite der Gegenwartskunst seinen Stempel auf. „Die Tate zu Gast“ (1.2.- 10.5.2020) zeigt im Bucerius Kunst Forum in Hamburg einfühlsame Porträts und intime Aktdarstellungen Hockneys, die sein feines Gespür für Zwischenmenschlichkeit und sein Interesse am männlichen Körper gleichermaßen zeigen. Einer jahrhundertelangen Geschichte Japans geht die Schau „Samurai. Pracht des japanischen Rittertums“ (6.6.- 13.9.2020) nach. Der Mythos der Samurai, der von Tapferkeit und Disziplin, von Verrat, Intrigen und erbarmungsloser Gewalt erzählt, wird in der umfangreichen Sammlung nacherzählt. Ihre mit höchster Handwerkskunst hergestellten Rüstungen waren nicht nur wirkungsvolle Schutzpanzer, sondern auch imposante Statussymbole. Kunst, Kultur und Festspiele 61

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